Sicherheit Dupp: „Alle Materialgruppen haben technisch aufgeholt“

Im Interview mit GFF spricht Sachverständiger Alexander Dupp über die Erweiterung seiner Prüfkapazitäten am technischen Entwicklungs- und Leistungszentrum (TELZ) sowie die Auswirkungen von Extremwetter auf die Prüfaufgaben. Windlast und Schlagregendichtheit haben an Bedeutung gewonnen.

Alexander Dupp ist ö.b.u.v. Sachverständiger und betreibt das Technische Entwicklungs- und Leistungszentrum (Telz) in Weroth/Westerwald.
Alexander Dupp ist ö.b.u.v. Sachverständiger und betreibt das Technische Entwicklungs- und Leistungszentrum (Telz) in Weroth/Westerwald. - © Dupp
Herr, Dupp, im Herbst 2024 haben Sie ihr technisches Entwicklungs- und Leistungszentrum (TELZ) in Weroth erweitert. Wie kam das am Markt an und welche Art von Aufträgen konnten Sie durch die Erweiterung generieren bzw. umsetzen?

Alexander Dupp: Die Erweiterung unseres technischen Entwicklungs- und Leistungszentrums (TELZ) im Herbst 2024 ist am Markt und durch alle beteiligten Gewerke hinweg sehr positiv aufgenommen worden. Durch die stark steigende Nachfrage an Entwicklungsprüfungen und unterschiedlichsten Testversuchen innerhalb der Fenster- und Türenbranche haben wir die Notwendigkeit einer solchen Erweiterung am Markt gespürt.

Durch die Hinzunahme des Bereichs der Dichtigkeitsprüfungen sind wir in der Lage, Weiterentwicklungen im Bereich der Einbruchhemmung sowie Systemprüfungen im Rahmen der CE-Kennzeichnung vollständig abzudecken. Für unsere Kunden bedeutet das: Auch bei Bauteiländerungen können wir sicherstellen, dass alle gesetzlich geforderten Eigenschaften weiterhin zuverlässig eingehalten werden.

Wir kooperieren zudem mit dem ift Rosenheim und führen baurechtlich anerkannte Prüfungen gemäß BauPVO § 46 durch, die dann als Grundlage für die CE-Kennzeichnung von Produkten dienen. So bekommen unsere Kunden auf Wunsch auch hier eine Begleitung von der ersten Prüfung bis zur Marktreife seines Produkts.

Unser neuer Prüfstand ermöglicht Gesamtbauteilprüfungen, bei denen komplette Wandbauteile mit integrierten Fenstern und Türen hinsichtlich ihrer Dichtigkeit getestet werden. Das eingesetzte Leckortungssystem erlaubt zudem, kritische Bereiche, insbesondere bei Schlagregenversuchen, sichtbar zu machen und detailliert auszuwerten.Dadurch gewinnen wir wertvolle Erkenntnisse über Konstruktionen, Anschlussfugen und Bauteilperformance.

In Kürze ergänzen wir unser Zentrum um Prüfeinrichtungen für Eckfestigkeit und Zugversuche. Für das kommende Jahr sind ein weiterer großdimensionierter Einbruchprüfstand sowie die Möglichkeit von Dauerfunktionsprüfungen geplant. Damit können wir unseren Kunden weitere Möglichkeiten der Prüfung und Zertifizierung von Türen und Fenstern an einem Ort anbieten.

Sie bieten u.a. Windlast und Schlagregendichtheitsprüfungen an. Hat die Nachfrage danach zugenommen? Starkregen und Sturm kommen ja inzwischen häufiger vor als früher. Sehen Sie noch Verbesserungspotenzial am Markt bei Windlast und Schlagregen?

Die Nachfrage nach Windlast- und Schlagregenprüfungen hat deutlich zugenommen, das ist angesichts der sich immer schneller und stärker verändernden Witterungsbedingungen nicht überraschend für mich ist. Dabei sehen wir immer wieder, dass Bauteile die in der CE-Kennzeichnung deklarierten Werte nicht erreichen. Besonders im Bereich Schlagregen scheitern viele Produkte bereits an der drucklosen Beregnung der ersten 15 Minuten – das ist natürlich bei immer häufiger auftretenden Extremwetterlagen ein Problem.

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