1964 wagte der gelernte Möbelschreiner Walter Gutbrod mit seiner Frau Marianne den Schritt in die Selbstständigkeit. 50 Jahre später ist daraus unter der Führung von Alfred Lubik ein mittelständisches Fensterbau-Unternehmen mit mehr als 135 Mitarbeitern geworden, bei dem der Mensch mehr zählt als Profit.
Abgezählte 411 Mitarbeiter und Gäste, darunter Franz Untersteller als baden-württembergischer Landesminister für Umwelt, Energie und Klimaschutz, kamen Mitte Oktober 2014 in die Krebsbachhalle in Bodelshausen, um den 50. Geburtstag von Gutbrod Fenster zu feiern.
Zum Produktsortiment des Unternehmens zählen heute Fenster und Haustüren aus Holz, Holz/Alu und Kunststoff. Die PVC-Produktion nahm das Unternehmen 1994 auf, zeitgleich rückte Alfred Lubik, der Schwiegersohn des Unternehmensgründers, in die Führung der Firma auf. "Wir sahen die Notwendigkeit, auch Kunststofffenster herzustellen", sagt Lubik. Das Einrichten der Fertigungslinie sei überraschend schnell gegangen. "Wer Holzfenster kann, kann Kunststofffenster schon lange."
Profit ist nicht alles
Außer der Erweiterung des Produktsortiments hat sich mit dem Einstieg Lubiks der Führungsstil geändert. "Wie bei meinem Schwiegervater ist die Produktqualität weiterhin die Basis. Dazu ist mir ein persönlicher, menschlicher Umgang sehr wichtig." Das gilt ebenso für den Kontakt mit den Kunden. So nimmt Lubik eigenen Angaben zufolge schon mal kleinste Aufträge an. "Der Profit spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle", sagt der 53-jährige Geschäftsführer.
Um eine hohe Qualität in der Holzfertigung abzuliefern, nahm das Unternehmen nach eigenen Angaben 2004 eine der modernsten Anlagen Europas in Betrieb und setzte damit laut Lubik Maßstäbe. Abgesehen von dem modernen Maschinenpark ist bei Gutbrod bis heute Handarbeit gefragt. "Jedes Holzfenster wird bei uns sorgfältig von Hand geschliffen", erklärt Lubik. Für Sonderanfertigungen gibt es eine kleine Werkstatt wie in alten Zeiten.
Umweltfreundliche Fertigung
Großgeschrieben wird bei Gutbrod außerdem das Thema Nachhaltigkeit. Schon 1989 rüstete das Unternehmen seine Lackieranlage auf umweltfreundliche und lösemittelfreie Lacke um. Zuvor war bei einem Feuer die alte Lackiererei komplett niedergebrannt. 1996 verbesserte der Produzent die Möglichkeiten abermals. Seither gewährleistet eine hochmoderne Lackierstraße mit minimalem Sprühverlust, dass keine Lacke verschwendet werden. "Selbst die wenigen anfallenden Farbreste fangen wir auf und speisen sie wieder in den Lackierprozess ein", erklärt Lubik.
Was sich Alfred Lubik zum Firmenjubiläum wünscht und warum der Mensch für ihn im Vordergrund steht, lesen Sie in der Dezemberausgabe der GFF .
