Modifiziertes Holz bietet der Markt als widerstandsfähigen Rahmenwerkstoff für den Fensterbau seit einigen Jahren, mit bisher geringem Marktanteil. GFF-Online nimmt die aktuelle Situation unter die Lupe und erklärt Neues zum Verfahren und Material.

Accoya-Holz erreicht nach der Behandlung mit Essigsäure und dem Acetylierungs-Verfahren durch die Umwandlung der freien Hydroxyle in Acetylgruppen im Holz eine höhere Maßhaltigkeit als normales Holz und Dauerhaftigkeitsklasse 1, das entspricht dem Niveau von Teak. Die Modifikation verringert die Wasseraufnahme des Holzes, Enzyme können es nicht mehr verdauen – die Dauerhaftigkeit steigt. "Die Probleme mit dem Essigsäure-Geruch haben wir mittlerweile in den Griff bekommen", sagt Jörg Neben vom Außendienst bei Accoya-Lieferant Enno Roggemann. Dieser Kritikpunkt hinderte in den zurückliegenden Jahren viele Fensterbauer und Endkunden an der Nutzung von Accoya-Holz. In der Einschätzung von Rolf Menck, Geschäftsführer von Menck Fenster, zeigt sich ein etwas anderes Bild: "Die Geruchsbelästigung und feine Späne bleiben ein Problem." Dennoch seien die Verarbeitungsanforderungen durch die Kombination von Hölzern lösbar. Dabei müssten Verarbeiter die Sprödigkeit des Materials im Auge behalten.
Viele Einsatzmöglichkeiten
Enno Roggemann liefert Accoya in verschiedenen Aufbauten, z.B. als Kantel mit Außenlamelle Accoya, innen Kiefer oder Fichte oder komplett Accoya für die Systeme IV 68, IV 78/80 und IV 88/92 nach En 204 D 4 EPI – verleimt und vom ift Rosenheim geprüft. Beschichtungen halten auf dem mit Essig modifizierten Holz im Vergleich zu nicht behandeltem Holz nach Angaben des Anbieters dreimal länger. Längere Pflegeinterwalle senken die Unterhalts-Kosten für den Nutzer. Neben dem Einsatz an Fenstern eignet sich das Produkt für Fassaden und Haustüren aus Holz. Enno Roggemann garantiert 50 Jahre Haltbarkeit ohne Erdkontakt und 25 Jahre mit Erdkontakt oder Kontakt mit Süßwasser. Accoya eigne sich deshalb als Baustoff für den Außeneinsatz.
Erfahrungen aus der Praxis
Accoya, Belmadur und thermisch behandelte Hölzer hat der Verband Fenster + Fassade in sein Merkblatt VFF HO.06, Teil 4 "Holzarten für den Fensterbau: Modifizierte Hölzer", aufgenommen und die Eigenschaften beschrieben. Menck setzt in seiner Produktion thermisch behandelte Hölzer wie Fichte, Fadura und Esche sowie Accoya ein. Er bestätigt die positiven Eigenschaften einer reduzierten Feuchteaufnahme, die gute Dauerhaftigkeit und längere Wartungsintervalle. Als wichtige Weiterentwicklung nennt der Fensterbauer die Anpassung der thermischen Behandlung je nach Beanspruchung im Praxiseinsatz mit der erreichbaren Dauerhaftigkeitsklasse 3 als Ergänzung zu den Klassen 1 und 2. Entsprechend wächst der Anteil modifizierter Hölzer bei Menck Fenster stetig.
Mehr zu modifiziertem Holz lesen Sie im exklusiven Wunschthema der GFF-Ausgabe 6/2015.