Sicherheitsglas-Neuheiten Panzerglas ohne Polycarbonat von Vetrotech

Vetrotech Saint-Gobain hat auf der glasstec 2026 drei Sicherheitsverglasungen vorgestellt – darunter ein durchschusshemmendes Glas, das ohne Polycarbonat auskommt. Warum das für Verarbeiter und Planer einen spürbaren Unterschied macht, zeigte das Unternehmen direkt am Messestand.

Vetrotech Messestand mit der durchschusshemmenden Verglasung Vetrogard Bullet Core (re.) und der Hebetechnikvergleich (li.) der beiden Brandschutzgläser Contraflam 90-4 und Contraflam One 90-1. - © Séverine Beaudot – AnotherVision

Vetrotech Saint-Gobain zieht ein positives Fazit seines Messeauftritts auf der glasstec 2026. Im Mittelpunkt des Stands standen drei Produkte aus dem Bereich Hochsicherheitsglas: die durchschusshemmende Verglasung Vetrogard Bullet Core, die Brandschutzverglasung Contraflam One 90-1 sowie die Anti-Panik-Verglasung Vetrogard RC 2.21 AP als Sonnenschutzglas-Variante. „Wir sind sehr zufrieden mit der durchweg positiven Reaktion der Standbesucher auf unsere Produkte, insbesondere auf das Panzerglas Vetrogard Bullet Core", sagt Christoph Baier, Vertriebsleiter von Vetrotech Deutschland. Die glasstec sei für das Unternehmen das Forum, auf dem es seine Produkte einem großen Fachpublikum präsentieren könne.

Vetrogard Bullet Core: Schlanker und leichter ohne Polycarbonat

Die durchschusshemmende Verglasung Vetrogard Bullet Core präsentierte das Unternehmen in der Testgröße 500 mal 500 Millimeter mit einem Beschussmuster in Dreiecksform gemäß der Norm EN 1063. Ein Schaufenster im zugehörigen Präsentationswürfel ermöglichte den Blick auf unterschiedliche Munitionstypen.

Vetrogard Bullet Core verzichtet nach Herstellerangaben vollständig auf Polycarbonat und nutzt stattdessen ein auf Folien und Glas basierendes Verfahren. Dieses stamme aus einer zwanzigjährigen Erfolgsbilanz in der Industrie und sei nun auf durchschusshemmende Verglasungen im Bauwesen übertragen worden. Das Produkt wurde insbesondere für BR4-NS- und BR6-NS-Anwendungen entwickelt und eignet sich für Gebäude mit erhöhtem Schutzbedarf – darunter Banken, Regierungsgebäude, Botschaften, Polizeistationen, militärische Einrichtungen und Wohnhäuser von VIPs.

Im Vergleich zu gleichwertigen Isolierglasaufbauten der bestehenden Produktreihe Vetrogard Bullet fällt Vetrogard Bullet Core nach Herstellerangaben bis zu 25 Prozent schlanker und bis zu 33 Prozent leichter aus. Diese Gewichts- und Dickereduktion ermögliche den Einsatz in zahlreichen bestehenden Aluminium-, Stahl- und Holzsystemen, ohne dass eine Neugestaltung des Rahmens erforderlich sei. Das Produkt komme vor allem bei Sanierungs- und Renovierungsprojekten zum Einsatz: einerseits bei freistehenden oder durch Rahmenbedingungen eingeschränkten Anwendungen, bei denen Gewicht, Dicke oder begrenzte Rahmentiefe den Einbau herkömmlicher ballistischer Verglasungen erschweren. Andererseits bei zu öffnenden ballistischen Türen und Fenstern, die sowohl Sicherheit als auch Transparenz gewährleisten sollen.

Vorteile für Verarbeiter und Planer

Vetrotech hebt mehrere Praxisvorteile hervor: Auf der geschützten Seite sei Vetrogard Bullet Core splitterfrei und sorge so für ein sichereres Verhalten nach einem Bruch. Die schlankere und leichtere Bauweise vereinfache Handhabung, Logistik und Montage. Darüber hinaus biete das Glas eine hohe Lichtdurchlässigkeit, ein transparentes Erscheinungsbild, UV-Schutz sowie erhöhten Schallschutz. Durch den Verzicht auf Polycarbonat sei es abrieb-, chemikalien- und witterungsbeständig. Optionale Funktionen wie Sonnenschutz, Wärmeregulierung und Securit-Alarm lassen sich bei Bedarf ergänzen.

Contraflam One 90-1: Brandschutz mit weniger Gewicht

Ein weiterer Blickfang am Messestand war dem Unternehmen zufolge ein Hebetechnikvergleich, bei dem Besucher die Unterschiede in Gewicht und Aufbau der beiden Brandschutzgläser Contraflam 90-4 und Contraflam One 90-1 erleben konnten. Contraflam One 90-1 sei derzeit die klarste, dünnste und leichteste Brandschutzverglasung in der Feuerwiderstandsklasse von 90 Minuten. Das Glas basiere auf gehärtetem Sicherheitsglas und einer Einkammer-Schäumungstechnologie in der Zwischenschicht – trotz nur einer Kammer erfülle es die Anforderungen der Feuerwiderstandsklasse.

Die technischen Daten unterstreichen nach Herstellerangaben die Leistungsfähigkeit: Contraflam One 90-1 erreiche eine Lichtdurchlässigkeit von 88 Prozent nach DIN 410, sei um bis zu 40 Prozent leichter als vergleichbare Produkte und spare bis zu 45 Prozent Emissionen ein. Der erweiterte Temperaturbereich reiche von minus 40 bis plus 60 Grad Celsius.

Anti-Panik-Verglasung als Sonnenschutzglas

Ebenfalls am Stand präsentierte Vetrotech die nach EN 1627 und EN 1630 geprüfte Anti-Panik-Verglasung Vetrogard RC 2.21 AP in einer Sonnenschutzglas-Variante. Dieses Glas verzichtet ebenfalls auf Polycarbonat und erreicht dem Hersteller zufolge eine höhere Lichttransmission von 86 Prozent im Vergleich zu 81 Prozent bei der Variante mit Polycarbonat. Zudem sei es zwei Millimeter dünner. Ein weiterer Vorteil für Verarbeiter: Das Glas müsse nicht im Rahmenprofil verklebt werden, was die Verarbeitung vereinfache. Vetrogard Attack RC 2.21 erlaube mit 1.600 mal 3.450 Millimeter zudem größere Abmessungen als die Polycarbonat-Variante.

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