Die Semco-Gruppe setzt seit Jahresbeginn auf die KI-basierte Auftragserfassung von Lumeso – und hat die Lösung bereits auf neun Standorte ausgerollt. Auf der glasstec zeigte das österreichische Unternehmen, wie die Flachglasindustrie von der Software profitiert.

Um das volle Potenzial der automatisierten Auftragserfassung zu nutzen, hat Semco die KI-Lösung von Lumeso an seine bestehende ERP-Landschaft angebunden.
Das Prinzip: Öffnet der Vertriebsinnendienst eine Kundenanfrage, hat Lumeso die enthaltenen Informationen bereits ausgelesen und automatisiert aufbereitet. Mitarbeitende prüfen die Daten zu Glasaufbau, Bearbeitungen, Maßen und Stückzahlen – anschließend legt die Software je nach Status das Angebot oder den Auftrag im ERP-System an. Das Ziel: Kunden sollen ihr Angebot oder ihre Auftragsbestätigung innerhalb kürzester Zeit erhalten.
Kostendruck als Treiber für den KI-Einsatz
Für Michel Schüller, Geschäftsführer Vertrieb, Unternehmenskommunikation und IT bei Semco, ist die automatisierte Erfassung vor allem eine Reaktion auf die wirtschaftliche Lage der Branche: "Der Kostendruck steigt kontinuierlich. Deshalb müssen wir unsere Prozesse in allen Bereichen effizienter gestalten. Für uns bedeutet das konkret, die Durchlaufzeiten bereits bei der Auftragserfassung deutlich zu reduzieren und mit den vorhandenen Ressourcen mehr Aufträge bearbeiten zu können", sagt er. Lumeso unterstütze das Unternehmen, Prozesse zu beschleunigen und Mitarbeitende von manuellen Tätigkeiten zu entlasten. Die Verantwortung und finale Kontrolle verblieben weiterhin bei den Teams.
Wie sich der Arbeitsalltag konkret verändert hat, schildert Gülbahar Demirci, Teamleiterin Auftragserfassung am Semco-Standort in Vechta: "Früher habe ich alles Zeile für Zeile abgetippt. Heute steht schon fast alles da, wenn ich die Bestellung in Lumeso öffne. Ich kann mich ganz auf die Prüfung konzentrieren. So schaffen wir es viel leichter, dass alle Aufträge schnell ins System kommen."
Integration in gewachsene Systemlandschaft
Als besondere Herausforderung beschreibt Semco-IT-Projektkoordinator Jelde Jelschen die Anbindung an die bestehende Infrastruktur: "Unsere Systemlandschaft besteht aus mehreren ERP-Systemen und ist über Jahre gewachsen. Um sich hier erfolgreich anbinden zu können, muss man neben KI vor allem auch Glas verstehen", sagt er. Er sei anfangs skeptisch gewesen, doch Lumeso habe bewiesen, dass das Unternehmen beides beherrsche. Mittlerweile laufe der Import an allen neun Standorten erfolgreich.
Die Kombination aus Branchenwissen und KI-Kompetenz erweist sich dem Anbieter zufolge als entscheidender Faktor für eine reibungslose Integration. Semco profitiere davon, dass die Mitarbeitenden sich stärker auf die inhaltliche Prüfung der Aufträge konzentrieren und weniger Zeit mit dem manuellen Übertragen von Daten verbringen.