Barrierefreiheit, bauphysikalische Risiken beim Fenstertausch und Duo-Kanteln im Fensterbau: Die Ausgabe 11/2026 der GFF bietet auf mehr als 80 Seiten Praxiswissen, Hintergrundberichte und Produktneuheiten für Fensterbauer, Glaser und Entscheider in der Branche. Den Schwerpunkt bildet ein 16-seitiges Titelthema zu Barrierefreiheit in Alt- und Neubau. Ein besonderes Highlight: Warum Samuel Reuter sich mit fast 40 Jahren für einen beruflichen Neuanfang entschieden hat und wie es für ihn jetzt nach der Meisterausbildung weitergeht.
Das Titelthema der GFF 11/26, die morgen erscheint, lautet Barrierefreiheit – Komfort ohne Grenzen. Dafür hat Redakteur Matthias Metzger ein umfassendes Paket an Beiträgen geschnürt. Den Auftakt bildet ein Interview mit Kornelia Grundmann, Architektin, Sachverständige – und selbst Rollstuhlnutzerin. Grundmann berät mit ihrer Agentur Gabana die Bau- und Tourismusbranche und spricht im Gespräch mit GFF Klartext: Selbst eine Schwellenhöhe von einem Zentimeter sieht sie kritisch. Sie erläutert außerdem, welche Lösungen sich beim barrierefreien Badumbau bewährt haben, und gibt Fachbetrieben fünf konkrete Empfehlungen für eine erfolgreiche Marktbearbeitung mit auf den Weg – von der Komfortkommunikation bis zum Selbsterfahrungskurs für Architekten.
Barrierefreiheit: Von Nullschwellenlösungen bis zur neuen DIN 18040
Ebenfalls im Titelthema: ein Beitrag über Alumat, den Nullschwellenspezialisten mit Sitz in Kaufbeuren. Geschäftsführerin Claudia Rager-Frey berichtet, warum der Absatz des Unternehmens trotz Marktrückgängen stabil geblieben ist und wie nicht zuletzt die Zusammenarbeit mit Systemgebern das Vertrauen in die Nullschwellenlösungen von Alumat gestärkt hat. In einem weiteren Beitrag stellt Matthias Metzger vor, wie Siegenia sein Programm für barrierefreie Hebeschiebe-Türen um niveaugleiche GFK-Bodenschwellen und einen vollständig verdeckt liegenden Antrieb mit Matter-Anbindung erweitert hat.
Das Titelthema umfasst darüber hinaus Produktberichte zu Lösungen von Maco, Geze, Winkhaus und Roto. Maco stellt unter anderem seine Null-Millimeter-Schwelle Multi Zero für PVC-Fenstertüren sowie den Komfortbeschlag für schwer erreichbare Fenster in den Mittelpunkt. Geze kündigt den Türschließer TS 7000 an, der bereits vor dem Marktstart im Frühjahr 2027 zwei Designpreise erhalten hat. Winkhaus zeigt mit dem Hebeschiebe-Beschlag Primeport HS und dem Drehkipp-Beschlag Activpilot Ergo zwei Wege zu weniger Barrieren. Roto wiederum präsentiert Bodenschwellen für Schiebetüren sowie ein Komfort-Lüftungsfenster, das sich aus sitzender Position bedienen lässt. Kurzmeldungen zu Lösungen von Gröninger, Heroal und Weru sowie eine DIN 18040-Schulung vom ift Rosenheim runden das Titelthema ab.
Bauphysik: Risiken beim Fenstertausch
Bauphysiker Marc Klatecki, Geschäftsführer von KGP Bauphysik, widmet sich in seinem Gastbeitrag einem Thema, das in der Praxis häufig unterschätzt wird: dem Fenstertausch als Einzelmaßnahme im Altbau. Er analysiert, warum der Einbau moderner Fenster in unsanierte Bestandsgebäude das bauphysikalische Gleichgewicht empfindlich stören kann – und was Fensterbauer beachten müssen, damit aus dem „Energiesparfenster" kein „hochwertig gerahmtes Feuchtbiotop" wird. Der Beitrag behandelt Wärmebrücken, Luftdichtheit, Schimmelrisiken und die Anforderungen an Förderprojekte.
Glaserhandwerk: Herbsttagung und Glaskunst
Autorin Regine Krüger berichtet von der Herbsttagung der Glaser-Innung Niedersachsen im historischen Kloster Wöltingerode in Goslar. Im Mittelpunkt stand die Frage eines möglichen Wiedereintritts in den Bundesinnungsverband des Glaserhandwerks (BIV). Die Mitglieder beauftragten Vorstand und Geschäftsführung nahezu einstimmig, die Gespräche fortzusetzen. Eine Entscheidung soll im Frühjahr 2027 fallen.
Ebenfalls aus der Feder von Krüger stammt ein Expertenbeitrag über die Restaurierung historischer Bleiverglasungen im Magdeburger Logenhaus. Die Kunstglaserei Hermann Böhme, die zur Manufaktur Timme gehört, entwickelte für fünf Fenster mit insgesamt 90 Bleiglasfeldern eine Sonderkonstruktion, um die Glaskunst des Künstlers Christof Grüger in Wärmeschutz-Isolierglas zu integrieren – eine Maßarbeit, bei der allein die planerische Vorbereitung mehr als ein Jahr in Anspruch nahm.
Wunschthema Duo-Kanteln
Redakteurin Kirsten Friedrichs beleuchtet im von den Lesern gewählten Wunschthema, was Duo-Kanteln im Fensterbau leisten. Zwei Kantelhersteller und zwei Fensterbauer beschreiben, wie Materialkombinationen aus verschiedenen Holzarten die steigenden Anforderungen an Dauerhaftigkeit, Wärmedämmung und Ästhetik erfüllen.
Umfrage: Aktuelle Wunschthema-Umfrage aus GFF 11/26
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Marktzahlen
Die aktuellen Marktzahlen für Fenster und Außentüren liefern derweil vorsichtigen Optimismus: Laut der Prognose von Heinze wächst der deutsche Fenstermarkt im Jahr 2026 voraussichtlich um 2,2 Prozent auf 13,16 Millionen Fenstereinheiten (FE). Für 2027 rechnen die Marktforscher mit einem weiteren Plus von 1,5 Prozent auf 13,35 Millionen FE. Interconnection Consulting sieht für Westeuropa nach drei Jahren mit sinkendem Absatz eine vorsichtige Trendwende – von einem echten Aufschwung könne aber keine Rede sein.
Interviews, Investitionen und ausgezeichnete Nachwuchskräfte
Chefredakteur Holger Dirks und Redakteurin Isabell Peter porträtieren die Tischlerei Kötter Fenster & Türen aus dem Emsland, die mit einem modularen Profilbearbeitungszentrum von Thorwesten und einer Investition von zirka 3,5 Millionen Euro ihren Output verdoppelt hat. Holger Dirks führte zudem ein ausführliches Interview mit Marco Strese, dem Geschäftsführer des Netzwerks Creative Partner, der mit zirka 600 Mitgliedsbetrieben auf Austausch und Weiterentwicklung statt auf Einkaufskonditionen setzt. „Wachstum allein ist kein Erfolg, wenn dabei die Qualität der Betreuung leidet", sagt Strese.
In der Serie Ausgezeichnete Nachwuchskräfte spricht Glasermeister Samuel Reuter über seinen Weg vom Niederlassungsleiter zurück ins Handwerk. Mit fast 40 hat er den Meistertitel erworben, das Vollstipendium der Werner-Stober-Stiftung erhalten und plant nun die Selbstständigkeit. Sein Meisterstück: eine Meetingbox mit großflächiger Glasecke und KI-gestützter Sprachassistenz.
Praxistipp, Referenzen und Glas
Die Rubrik Technische Beratung hält einen Praxistipp bereit: Der Sonnenschutzbolzen von Foppe ermöglicht die nachträgliche Montage von Sonnenschutzkästen an Aluminium-Fassadensystemen in nur drei Schritten – ohne Deckschale und Klemmleiste demontieren zu müssen.
Im Ressort Glas berichtet GFF über die Gipfelarchitektur am Titlis, wo Glas Trösch zirka 600 Quadratmeter Dreifach-Isolierglas für den Tower auf mehr als 3.000 Meter Höhe geliefert hat. Außerdem im Heft: wie das Restaurant Seeschupfe in den Südtiroler Dolomiten mit Fensterlösungen von Finstral und Abstandhaltern von Swisspacer Energieeffizienz und Panoramablick vereint. Der Bundesverband Flachglas (BF) stellt die Ergebnisse seiner Umfrage zu Glasbruchrisiken durch nachträglich aufgebrachte Folien vor – 57 Prozent der Befragten kennen thermisch bedingte Glasbrüche in diesem Zusammenhang. Und am Kreativ Quartier Potsdam zeigen Seen Elements, wie sich großflächige Verglasungen nachträglich vogelfreundlich gestalten lassen.
Bei den Referenzen stehen das Elisabeth-Selbert-Quartier in Mülheim an der Ruhr mit 500 Fenstern und Türen von Schüco sowie der Euref-Campus Düsseldorf im Fokus, wo das Glasdachsystem PR60 von Lamilux dafür sorgt, dass man die Flugzeuge sieht, aber nicht hört.
Weitere Themen der Ausgabe
Die Ausgabe berichtet außerdem über den Homag-Treff 2026 mit zirka 2.000 Besuchern aus mehr als 50 Ländern, den KI-Preis für Internorm, die Erweiterung des Lagerdekore-Programms von Salamander, den Allround-Klebstoff Ottocoll M 550 Hitack von Otto-Chemie, das biozidfreie Beschichtungssystem von Remmers für ein Kinderhaus in Vorarlberg sowie den Branchentreff KIT 2027 in Friedrichshafen. In den Nachrichten finden sich zudem die Personalien von Reflexa, Schmalz und dem ift Rosenheim sowie die Rekord-Recyclingzahlen von Rewindo mit einem Zuwachs von 32,3 Prozent. Und nicht zuletzt können die Leser über das Wunschthema für GFF 3/27 abstimmen – zur Wahl stehen unqualifizierte Konkurrenz, Dünnglas für die Isolierglasherstellung und der digitale Produktpass.
