Erst Niederlassungsleiter im Einzelhandel, jetzt Glasermeister: Samuel Reuter hat mit fast 40 noch einmal ganz neu angefangen und sich dabei das Vollstipendium der Werner-Stober-Stiftung verdient. Im Interview mit GFF spricht er über seinen beruflichen Neuanfang, die Zukunft des Handwerks und seinen Weg in die Selbstständigkeit: Sowohl für eine Neugründung als auch für die Übernahme eines bestehenden Handwerksbetriebs ist er offen.

GFF: Herr Reuter, Sie haben Ihre Meisterprüfung bestanden und wurden mit dem Vollstipendium der Werner-Stober-Stiftung ausgezeichnet. Was bedeutet Ihnen das?
Samuel Reuter: Sehr viel. Ich habe mich mit fast 40 bewusst für einen beruflichen Neuanfang entschieden. Jetzt den Meistertitel in der Tasche zu haben, macht mich stolz. Das Vollstipendium war eine besondere Überraschung – nicht nur wegen der finanziellen Unterstützung, sondern weil Menschen meinen Weg sehen und an mich glauben. Diese Anerkennung bedeutet mir viel.
Was haben Sie beruflich gemacht, bevor Sie ins Handwerk zurückgekehrt sind?
Ursprünglich habe ich in Mainz Glaser gelernt. Danach führte mich mein Weg in den Einzelhandel und Vertrieb. Ich habe rund sechs Jahre eine Niederlassung mit etwa 30 Mitarbeitenden geleitet, kaufmännische Verantwortung getragen, Menschen geführt und Abläufe optimiert. Diese Erfahrungen möchte ich nicht missen. Ich weiß, wie man Kunden gewinnt, ein Team entwickelt und einen Betrieb wirtschaftlich führt.