Der Fenster- und Türenhersteller Höhbauer hat Insolvenzantrag gestellt. Der vorläufige Insolvenzverwalter sieht grundsätzlich gute Voraussetzungen für eine Sanierung und prüft nun die Optionen.

Der Bauelemente-Hersteller Höhbauer mit Sitz in Luhe-Wildenau hat Insolvenzantrag gestellt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das zuständige Amtsgericht Weiden i. d. Oberpfalz Rechtsanwalt Volker Böhm von der Kanzlei Schultze & Braun. Böhm macht sich derzeit nach eigenen Angaben gemeinsam mit seinem Team einen Überblick über die Lage.
„Der Geschäftsbetrieb geht auch nach dem Insolvenzantrag weiter“, sagt Böhm, der gestern vor Ort gemeinsam mit der Geschäftsführung die Beschäftigten informiert hat. Deren Löhne und Gehälter werden nun bis einschließlich November über die Bundesagentur für Arbeit als Insolvenzgeld gezahlt.
Gesunkene Nachfrage und Umsatzrückgänge führten in die Insolvenz
In den nächsten Wochen will sich Böhm mit seinem Team und in enger Abstimmung mit der Geschäftsführung ein genaues Bild von der wirtschaftlichen Situation machen und die Sanierungsoptionen prüfen.
Höhbauer fertigt und vertreibt Fenster und Türsysteme aus Holz, Aluminium und Kunststoff sowie Wintergärten. Wie viele Unternehmen der Branche steht auch Höhbauer wirtschaftlich unter Druck. Aufgrund gestiegener Preise für Energie, Material und Personal sowie höherer Zinsen ist die Nachfrage nach Neubau- und Sanierungsprojekten deutlich gesunken. Nachdem infolge von Umsatzrückgängen die langfristige Finanzierung des Unternehmens nicht mehr gesichert war, stellte die Geschäftsführung Insolvenzantrag.
Christoph Höhbauer: Auswirkungen "so gering wie möglich" halten
„Dieser Schritt ist uns nicht leichtgefallen, und wir hätten ihn unseren Mitarbeitern und Kunden gerne erspart“, wird Geschäftsführer Christoph Höhbauer in einer Pressemitteilung von Böhms Kanzlei zitiert. „In enger Zusammenarbeit mit dem Insolvenzverwalter werden wir jetzt alles dafür tun, die Auswirkungen für unsere Kunden und unser Unternehmen so gering wie möglich zu halten.“
Der vorläufige Insolvenzverwalter ergänzt: „Höhbauer ist ein gut geführtes Familienunternehmen mit über 75 Jahren Tradition, einer hoch qualifizierten Belegschaft und einem ausgezeichneten Ruf im Markt. Das sind grundsätzlich gute Voraussetzungen für eine Sanierung.“