Erfahrungswissen erhalten Hanno beteiligt sich an Forschungsprojekt

Wenn langjährige Fachkräfte ein Unternehmen verlassen, nehmen sie wertvolles Know-how mit. Ein Forschungsprojekt möchte dieses Erfahrungswissen mit einem KI-gestützten System sichern – Hanno bringt seine betriebliche Perspektive als mittelständisches Unternehmen ein.

Thomas Konrad (3. v. li.) und sein Hanno-Kollege Frank Peters (6. v. li.) trafen alle Projektpartner zum Kick-off in Dortmund. - © Prospektiv

Der Fachkräftemangel und der demografische Wandel stellen Betriebe vor eine unterschätzte Herausforderung: Erfahrungswissen, das Beschäftigte über Jahre durch Ausprobieren und Handeln aufgebaut haben, steht in keinem Handbuch. Scheiden diese Mitarbeitenden aus, verschwindet ihre Kompetenz – oft unwiederbringlich. Genau hier setzt das Forschungsprojekt WISER (Wissensintegration und intelligente Sicherung von Erfahrungswissen) an. Hanno beteiligt sich an dem Vorhaben und bringt die betriebliche Perspektive eines mittelständischen Unternehmens ein.

KI-gestütztes System für Produktion und Handwerk

Das Ziel des Projekts: ein KI-gestütztes System, das Erfahrungswissen aus Wertschöpfungsprozessen in Industrie, Produktion und Handwerk systematisch erfasst, strukturiert und im Arbeitsalltag für alle Beschäftigten verfügbar macht. Dafür soll Know-how aus verschiedenen Quellen – etwa Verfahrensanweisungen, Prozessinformationen, dokumentierten Abläufen und den Kenntnissen der Mitarbeitenden – mithilfe von generativer KI und Sprachmodellen gezielt zusammengeführt werden. Unter Berücksichtigung technischer, organisatorischer und sozialer Fragen gilt es zu klären, unter welchen Bedingungen KI in betrieblichen Wissensprozessen sinnvoll eingesetzt werden kann.

Die Verbundprojektleitung liegt bei Prospektiv. Neben Hanno gehören das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, Elektro-Breitling und S3-Medien zu den Projektpartnern. Das Forschungsvorhaben läuft bis November 2028. Mit zirka 1,2 Millionen Euro fördern das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen des Programms Zukunft der Arbeit sowie die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) das Projekt.

Warum gerade ein Mittelständler gefragt ist

Für kleine und mittlere Betriebe sind die Projektergebnisse aus zwei Gründen besonders relevant: Zum einen bleibt meist wenig Zeit, das Erfahrungswissen der Mitarbeitenden strukturiert zu sichern. Zum anderen lassen spezifische Prozesse oft keine Standardlösungen zu. Hanno bringe als mittelständisches Unternehmen genau diese Praxisperspektive ein, heißt es in der Projektbeschreibung.

"In diesem Fall bringt es die häufig inflationär genutzte Phrase auf den Punkt: Wir wollen Erfahrungen sammeln", sagt Thomas Konrad, Kaufmännischer Leiter bei Hanno. "Hanno ist gemeinsam mit und an dem Erfahrungswissen unserer Mitarbeitenden gewachsen. Nun gilt es, dieses Wissen gemeinsam zu konservieren und Prozesse fest zu installieren, die dieses Wissen an kommende Generationen weitergeben."

Konrad und sein Kollege Frank Peters trafen alle Projektpartner zum Kick-off in Dortmund. Die Ergebnisse des Forschungsvorhabens sollen perspektivisch auf unterschiedliche Branchen und Unternehmensgrößen übertragbar sein. Konkret verspricht sich Hanno davon, neue Arbeitskräfte schneller einzuarbeiten und im Berufsalltag besser zu unterstützen. Auch bei Krankheit, Abwesenheit, Fluktuation, Zeitdruck oder fehlender Dokumentation stünden so Lösungen bereit.