Wunschthema in GFF 9/26 BauPVO 2024: EU plant Normungsauftrag

Der geplante EU-Normungsauftrag für Fenster und Türen sorgt für viel Gesprächsstoff. Branchenverbände warnen vor einem Bürokratie- und Kostenschub zulasten der Herstellerbetriebe. Wir haben uns beim ift Rosenheim, beim VFF sowie BPH erkundigt, wie weit das Vorhaben fortgeschritten ist, welche Neuerungen im Raum stehen und ob praktikable Lösungen möglich sind.

neubau fenster schmuckbild dirks
© Dirks

Die Bauproduktenverordnung 2024 (CPR) ist seit Anfang 2025 in Kraft. Die praktische Anwendung ist nur möglich, wenn die jeweilige Produktnorm nach der sog. ‚neuen CPR‘ harmonisiert ist. Ein neuer Entwurf des Standardisation Request (SReq) wurde im Juli 2026 von der Kommission veröffentlicht und enthält laut ift Rosenheim u.a. folgende relevanten Neuerungen: Neues Datum für die Annahme durch die European Standard Organization (ESO) für die Produktnorm für Fenster, Revisionsklappen und Türen ist der 31. Dezember 2029.

Das entspricht einer Bearbeitungszeit von drei Jahren inklusive Einspruchsberatungen bis zur Annahme. Die EN Norm 'Sustainability of construction works - Environmental product declarations - Product Category Rules for windows, hatches and pedestrian doorsets‘ als Basis zur Bewertung der Nachhaltigkeit muss bis 31. Dezember 2028 fertiggestellt werden.

Zu den neuen wesentlichen technischen Eigenschaften bei Fenstern und Türen zählt laut ift ein Oberflächentemperaturfaktor für den Fensterrahmen und Glas teilende Sprossen. Weitere wesentliche Leistungseigenschaften wurden aufgespalten für die Unterscheidung zwischen Innenbedingungen und Außenbedingungen z.B. Wärmedurchgangskoeffizient bei Türen (Innen- und Außentüren), so das ift.

Bei Fenstern voraussichtlich rund 50 Merkmale zu deklarieren

Bei Fenstern werden voraussichtlich zirka 50 technische Merkmale zu deklarieren sein, dazu kommen noch 39 Umweltkriterien und 275 deklarationspflichtige Substanzen bzw. gesundheitliche Gefahren, teilt das ift auf GFF-Anfrage mit. Bei Türen sind demnach zirka 47 technische Merkmale zu deklarieren, dazu kommen 39 Umweltkriterien und 175 deklarationspflichtige Substanzen. Alle Merkmale und Kriterien sind nach derzeitigen Festlegungen durch eine Notifizierte Stelle (NB) zu bewerten oder evaluieren. "Dies wird ein erheblicher Mehraufwand für Hersteller und Notifizierte Stellen", so das ift.

"Mit der neuen Produktnorm für Türen und Fenster in Verbindung mit dem digitalen Produktpass auf der Grundlage der BauPVO müssen die Produkte detaillierter beschrieben werden" sagt Prof. Jörn Lass, Direktor Normung ift Rosenheim. "Ich werde mich in den entsprechenden Gremien dafür einsetzen, dass die Besonderheiten von Fenstern, Türen, Toren und Fassaden beachtet und praktikable Lösungen gefunden werden."

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