Neues Profilsystem für Kunststofffenster Veka Pure: Baltic startet Serienfertigung

Baltic Fenster startet zum 1. September als erster Veka-Systemverarbeiter Deutschlands mit dem Verkauf und der serienmäßigen Fertigung des neuen Profilsystems Veka Pure. Damit endet ein rund zweijähriges Projekt, das von der ersten Vorstellung des Systems durch Veka auf der Fensterbau Frontale 2024 bis zur vollständigen Integration in die Serienfertigung reichte.

Baltic-Management-Team (v.l.): Mario Lorenzen, Stefanie Tams, Gregor Biermann.
Baltic-Management-Team (v.l.): Mario Lorenzen, Stefanie Tams, Gregor Biermann. - © Baltic Fenster

Das nordfriesische Unternehmen mit rund 80 Beschäftigten verarbeitet seit vielen Jahre Profilsysteme von Veka. Bereits im Juli 2024 stellte Baltic das neue System im Rahmen der Kundenveranstaltung "Nordfriesland Sommerbrise" ausgewählten Fachhandelspartnern vor. Die positive Resonanz hätte wenig später zum gemeinsamen Projektstart mit Veka geführt. Es folgten rund 24 Monate intensiver Vorbereitungen. Neben Marktrecherche und Vertriebsplanung sowie der Planung der technischen Umsetzung musste Baltic unter anderem Werkzeuge, Stammdaten, IT-Strukturen, Maschinen, Lagerprozesse, Produktionsabläufe und Nullserien anpassen bzw. erst einmal aufbauen.

"Wer schon einmal ein neues Fenstersystem eingeführt hat, weiß, dass Profile nur einen kleinen Teil der Aufgabe darstellen. Dahinter steckt ein enormer organisatorischer und technischer Aufwand", sagt Baltic-Geschäftsführer Gregor Biermann. "Rückblickend können wir sagen, dass wir uns gegenseitig hervorragend unterstützt haben und das Projekt dadurch außergewöhnlich gut vorangekommen ist."

Gemeinsam zum Serienstart

Nach Angaben des Unternehmens war die Einführung nur möglich, weil das Baltic Managementteam mit Betriebsleiter Mario Lorenzen, Stefanie Tams (Leitung Finanzen/Personal), die Belegschaft als auch der geschäftsführende Gesellschafter Thomas Schröder den eingeschlagenen Weg sofort unterstützt haben. Geschäftsführer Biermann selbst hatte die Idee, das Projekt zügig auf den Weg zu bringen.

Gleichzeitig hebt Baltic die enge Zusammenarbeit mit Veka hervor. Von den ersten Gesprächen am Technikisch über das Produktmanagement bis hin zum Vorstand habe das Unternehmen eine hohe Offenheit und Unterstützung erfahren. Besonders erwähnt Biermann den für Baltic zuständigen Veka-Außendienst Heiko Müller sowie den technischen Außendienst Klaus Moddelmog und Produktmanager Christoph Seebröker.

Nächste Rollout-Station: Reckendrees

Mit dem Serienstart endet das Projekt jedoch nicht. Innerhalb der Egegruppe, zu der Baltic gehört, übernimmt das Unternehmen zunächst die Versorgung des ebenfalls zur Gruppe gehörenden Veka-Produzenten Reckendrees Bauelemente in Verl. Reckendrees wird das Veka Pure System zunächst über Intercompany-Lieferungen vermarkten und parallel auf eine eigene Serienfertigung vorbereitet.

Dass dieser Weg vergleichsweise effizient umgesetzt werden kann, liege auch an den personellen Strukturen innerhalb der Unternehmensgruppe. Gregor Biermann ist neben seiner Tätigkeit als Geschäftsführer von Baltic Fenster und der EGE GmbH auch Geschäftsführer von Reckendrees Bauelemente und dort für den operativen Bereich verantwortlich. Gemeinsam mit Gesellschafter Thomas Schröder sowie übergreifend tätigen Mitarbeitern aus Vertrieb, Einkauf und Marketing können die Erfahrungen und Prozesse unmittelbar auf den zweiten Standort Reckendrees übertragen werden. Hier rechnet Biermann damit, dass dort ab Herbst 2027 die ersten Pure-Elemente vom Band laufen. So lange wird Reckendrees durch Baltic beliefert.

Vertrieb über den eigenen Kreis hinaus

Ab dem 1. September 2026 können Baltic-Fachhandelskunden das Produkt bestellen. Bei Reckendrees wird das einen Monat später, ab Oktober, ebenfalls der Fall sein. Auch alle weiteren Fensterfachbetriebe werden im direkten Fachhandelsgeschäft auf Wunsch mit Veka Pure beliefert. Geografisch deckt das Fachhandelsgeschäft von Baltic und Reckendrees die Postleitzahlengebiete 0 bis 6 ab.

Darüber hinaus verfolgt Baltic einen für die Branche ungewöhnlich offenen zweiten vertrieblichen Ansatz: Das Unternehmen bietet den deutschlandweiten Veka-Systemverarbeitern an, Veka Pure zunächst über Baltic zu beziehen, solange diese das neue System selbst nicht produzieren oder eine Eigenproduktion nicht im Plan liegt.

"Wir werden auch unsere Marktbegleiter mit Veka Pure beliefern, wenn wir eine für beide Seiten tragfähige Lösung in Sachen Mengen, Preis und Logistik finden", erläutert Biermann. "Wir haben investiert, den Weg erfolgreich beschritten. Jetzt möchten wir Veka-Systemverarbeiter unterstützen, den Einstieg ebenfalls zu schaffen". Ziel sei es, allen interessierten Fenster-Fachbetrieben frühzeitig den Zugang zum neuen System zu ermöglichen und gleichzeitig anderen Veka-Systemverarbeitern Zeit für die eigene Systemeinführung zu verschaffen oder diese auch dauerhaft mit dem Produkt zu beliefern.

Kommunikation rückt Wohnqualität in den Fokus

Auch beim Marketing und der Verkaufsunterstützung gehe Baltic bewusst einen eigenen Weg. Gemeinsam mit der Kreativfabrik, Inhouse-Agentur der Egegruppe, hat das Unternehmen eine Kommunikationsstrategie entwickelt, die technische Produkteigenschaften stärker in den Hintergrund rücken und den Nutzen für Bauherren in den Mittelpunkt stellen soll.

"Kein Bauherr entscheidet sich für ein Fenster, weil ihm eine Glasleiste gefällt. Menschen investieren in ein schöneres Zuhause, mehr Licht, mehr Wohnqualität und eine hochwertige Architektur. Die Kunden dürfen sehr gespannt sein, was wir an Prospekten, Posts, Mustern und auch Aktionen vorbereitet haben", sagt Lena Eichhorn, Leiterin der Kreativfabrik.

In der Kommunikation werde Veka Pure deshalb sowohl als Architekturfenster als auch als Lichtfenster positioniert. Gleichzeitig betont Baltic, dass die bestehenden Systeme Softline 82 und Softline 76 nicht ersetzt oder verdrängt werden sollen. Diese bleiben nach Angaben des Unternehmens weiterhin die wichtigsten Fenstersysteme im Portfolio und bilden auch künftig die Basis der Fertigung.

Für Gregor Biermann sei der Produktionsstart weniger der Abschluss eines Projekts als vielmehr der Beginn einer neuen Entwicklungsphase. "Wir wünschen uns, dass Veka Pure erfolgreich wird – nicht nur für Baltic und Reckendrees, sondern für die gesamte Veka-Familie. Denn am Ende profitieren alle davon: der Systemgeber, die verarbeitenden Betriebe, der Fachhandel und vor allem die Bauherren. Wenn es uns gelingt, gemeinsam eine Veka Pure-Erfolgsgeschichte zu schreiben, wird auch die Marke Veka im deutschen Markt weiter an Bedeutung gewinnen."