Im Handwerk droht in den kommenden Jahren ein erheblicher Wissensverlust: Mit dem Renteneintritt der Babyboomer gehen vielerorts erfahrene Fachkräfte sowie eingespielte Montage- und Arbeitsabläufe verloren. Wie Fachbetriebe dieser Entwicklung begegnen, zeigen Praxisbeispiele aus der Glas- und Fensterbranche.

Nach einem Bericht des Statistischen Bundesamts zählen zu den Babyboomern die Jahrgänge 1957 bis 1968, die zum Zeitpunkt der Geburt rund 1,2 Millionen und mehr Kinder umfassten und in der gesamten Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg zu den zahlenmäßig größten gehörten. In diesem Zeitraum wurden insgesamt 15,3 Millionen Kinder geboren, von denen ca. zwei Drittel bzw. zehn Millionen erwerbstätig waren bzw. noch erwerbstätig sind und demnächst aus dem Arbeitsleben ausscheiden.
1964 markierte den Höhepunkt dieser Entwicklung mit 1,36 Millionen Geburten. Der Jahrgang wurde im Jahr 2024 sechzig Jahre alt und wird bis 2031 die gesetzliche Renteneintrittsalter von 67 Jahren erreichen. Verlassen die Boomer die Arbeitswelt, führt das zu Lücken, die die jüngeren Generationen nicht füllen können, denn etwa sechs Millionen Arbeitskräfte fallen in einem relativ kurzen Zeitraum weg.
Diese Generation wuchs in einer Ära des wirtschaftlichen Aufschwungs auf, geprägt durch den Nachkriegsboom, technologische Fortschritte und eine sich stabilisierende soziale Marktwirtschaft. Insbesondere zeichnet die Boomer ihre Arbeitsmoral und ihre Willenskraft aus, denn sie mussten sich zeit ihres Lebens damit auseinandersetzen, dass es „zu viele von ihnen“ gab: In der Schule, im Arbeitsmarkt und zukünftig auch als Bewohner im Pflegeheim. Ein strukturierter Arbeitsstil und lange Arbeitstage sind für die Boomer unabdingbare Faktoren für ein erfolgreiches Leben. Der Begriff „Workaholic“ beschreibt die Babyboomer Generation nicht nur, sie erfanden ihn sogar.