Die Polizei verzeichnet wieder mehr Fälle von Wohnungseinbruchdiebstählen. Die Versicherer melden für das Jahr 2025 einen Schaden von insgesamt 380 Millionen Euro.

Im Jahr 2025 ist die Zahl der polizeilich registrierten Fälle von Wohnungseinbruchdiebstählen im Vergleich zum Vorjahr erneut gestiegen. Die Polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2025 verzeichnet 82.290 Fälle, das sind 4.484 Fälle bzw. 5,7 Prozent mehr als im Jahr 2024. Trotz des Anstiegs liegt die Zahl weiterhin unter dem Vor-Corona-Niveau mit 87.145 Einbrüchen im Jahr 2019. Die Aufklärungsquote lag bei zirka 14 Prozent.
Positive Entwicklung in NRW
Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen – darauf weist der Fachverband Schloss- und Beschlagindustrie (FVSB) hin – zeigte sich erstmals seit dem Jahr 2021 wieder ein rückläufiger Trend. Die Zahl der Fälle ging um drei Prozent auf zirka 27.500 Fälle zurück. Im Jahr 2016 lag die Zahl noch bei mehr als 52.000 Fällen.
NRW-Innenminister Herbert Reul erklärt dazu in einer Pressemitteilung des Landes: „Ein Drittel aller Straftaten sind Diebstähle und trotzdem gehen Einbruch und Stehlen zurück. Mehr Homeoffice, bessere Sicherungstechnik und gestiegene Aufmerksamkeit für die eigenen Wertsachen machen es Tätern spürbar schwerer.“
Dunkelfeld bei Einbrüchen
Zu beachten ist, dass es im Deliktsbereich des Wohnungseinbruchsdiebstahls ein nennenswertes Dunkelfeld gibt – laut der bundesweiten SKiD-Studie 2024 wurden nur etwa 57 Prozent der Wohnungseinbruchsdiebstähle der Polizei bekannt, wobei dieser Anteil bei vollendeten Delikten (87 Prozent) erheblich höher war als bei versuchten (48 Prozent). Das heißt, es waren vor allem versuchte Wohnungseinbruchsdiebstähle, von denen die Polizei nicht erfuhr.
Hoher Schaden für Versicherer
Neben der Polizei hat auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) Zahlen veröffentlicht. Demnach richteten Wohnungseinbrecher im vergangenen Jahr einen Versicherungsschaden von zirka 380 Millionen Euro an – ein Plus von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Versicherer in Deutschland zählten dabei zirka 100.000 Einbruchsfälle – deutlich mehr als die Polizei. Der Grund laut Bild: Versicherungen erfassen auch Fälle, bei denen nur Sachschäden entstanden, aber keine Gegenstände entwendet wurden.