Eine biozidfreie Holzbeschichtung von Remmers hat auf der FENSTERBAU FRONTALE 2026 den erstmals vergebenen Innovation Award abgeräumt. Was das Produkt aus Löningen von herkömmlichen Systemen unterscheidet, hat auch mit dem Thema Recycling zu tun.

Die Auszeichnung ging an die biozidfreie und recyclingfähige Holzbeschichtung Induline I-130. Eine interdisziplinär besetzte Fachjury, darunter Vertreter von Verbänden, Instituten, Fachpresse sowie aus Architektur und Ingenieurwesen, wählte das Produkt aus insgesamt 39 Einreichungen als Sieger aus. Der Wettbewerb soll zukunftsweisende Produktentwicklungen rund um Fenster, Türen und Fassaden sichtbar machen. Unterstützt hat ihn die Medienplattform Ait-Dialog, als ideeller Träger fungierte ift Rosenheim.
Rückführung in den Wertstoffkreislauf
Remmers hat die Imprägnierung Induline I-130 speziell für den industriellen Holz- und Fensterbau entwickelt. Das Produkt basiere auf massebilanzierten Bindemitteln und komme vollständig ohne filmkonservierende oder holzschützende biozide Wirkstoffe aus. Dieser Verzicht spielt dem Hersteller zufolge eine entscheidende Rolle: In herkömmlichen Systemen erschwerten entsprechende Zusätze die stoffliche Verwertung von Holzbauteilen am Ende ihres Lebenszyklus häufig erheblich.
"Induline I-130 eröffnet neue Optionen zur Rückführung behandelter Holzbauteile in den Wertstoffkreislauf. Remmers ist damit der erste Hersteller in der Fenster- und Türenindustrie, der eine biozidfreie Imprägnierung dieser Art in einem kompletten Systemaufbau anbietet", erläutert Benjamin Lindemann, Produktmanager in der Business Unit Industrie bei Remmers.
Auch normativ sei die Leistungsfähigkeit belegt: Im Zuge der Prüfung nach DIN EN 927-3 habe Remmers Induline I-130 ein Jahr lang frei bewittert. Die Imprägnierung erfülle sämtliche Anforderungen dieser Norm, so dass eine zertifizierte Schutzwirkung vorliege.
Physikalischer Feuchteschutz ohne biozidbelastetes Spülwasser
In technischer Hinsicht biete die Imprägnierung einen vorbeugenden, physikalischen Feuchtigkeitsschutz und reduziere das Risiko von Oberflächenverblauung, so Remmers. Die Verarbeitung erfolge geruchsarm über gängige Verfahren wie Streichen, Fluten oder Tauchen. Ein weiterer Vorteil für Anwender: Bei der Anlagenreinigung falle kein biozidbelastetes Spülwasser an. Damit entfielen dem Hersteller zufolge negative Umwelteinflüsse und zusätzliche Entsorgungskosten.
"Wir sind sehr stolz auf diese Auszeichnung. Sie zeigt, dass wir mit unseren nachhaltigen Produktlösungen am Puls der Zeit sind und die richtigen Antworten auf die aktuellen Anforderungen der Branche geben", sagt Martin Stöger, Vertriebsleiter Industrielacke bei Remmers. Die Auszeichnung sei zugleich ein Dank an das gesamte Team, das diese Entwicklung möglich gemacht habe.