Zwischen Handwerk und Historie Buntglasfenster für die Zukunft erhalten

Zum 125-jährigen Bestehen des Friedhofs im niedersächsischen Garbsen-Horst ließ die Kirchengemeinde das historische Buntglasfenster der Kapelle neu anfertigen. Die Kunstglasermeisterin Stefanie Schönlau rekonstruierte das Mannewitz-Motiv von 1956 und überführte es mit modernen Materialien in eine langlebige, zeitgemäße Glasgestaltung.

Das Fenster mit dem Titel "Drei Frauen am Grab" zeigt die biblische Szene der Auferstehung Jesu.
Das Fenster mit dem Titel "Drei Frauen am Grab" zeigt die biblische Szene der Auferstehung Jesu. - © Glas in Form/Stefanie Schönlau

Der Friedhof in Garbsen-Horst gehört zur evangelischen Kirchengemeinde Horst-Frielingen-Meyenfeld in der Region Hannover. Er wurde im Jahr 1900 angelegt und in den 1970er-Jahren erweitert. Die Kapelle bildet den Mittelpunkt zwischen den beiden Arealen. In den 1950er-Jahren erhielt sie eine Glaskunst, die oberhalb des Andachtbereichs installiert wurde.

Mit der Gestaltung und Umsetzung dieser Arbeit beauftragte die Gemeinde das Künstlerehepaar Fritz und Margot Mannewitz, das sich einen Namen in der Glas- und Kirchenmalerei gemacht hat. Das Fenster mit einem Durchmesser von 87 Zentimetern trägt den Titel "Drei Frauen am Grab" und zeigt die biblische Szene der Auferstehung Jesu. Dargestellt sind drei Frauen – Maria, Maria Kleophus und Maria Magdalena –, die zum Grab kommen, um Jesus zu salben. Sie finden es geöffnet und leer vor. Ein Engel erscheint ihnen und verkündet die Botschaft, dass Jesus auferstanden sei.

Alterungsprozesse der Glaskunst treten zutage

"Die Glasgestaltung wurde damals mit farbigen, mundgeblasenen Echtantikgläsern umgesetzt, die mithilfe eines Epoxidharzklebers auf eine Trägerscheibe aus Drahtornamentglas aufgebracht wurden", erklärt die Hannoversche Glasrestauratorin Stefanie Schönlau. "Die Gläser im unteren rechten Bereich der dargestellten Gruft sowie die Silhouetten der drei Frauen waren in eher dunklen, gedeckten Farbtönen gehalten, während dazwischen einzelne Grüntöne aufleuchteten. Für die Darstellung des Engels kamen Gläser in kräftigen, meist gelben Farbtönen zum Einsatz." Anlässlich des 125-jährigen Jubiläums des Friedhofs sollte die Kapelle nun saniert und das Buntglasfenster restauriert werden.

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