Soudal stellt auf der FENSTERBAU FRONTALE 2026 mit dem MF 167 Pro eine weiterentwickelte Version seines luftdichten Volumendämmstoffs für Fensteranschlüsse vor – mit angepasster Rezeptur, zusätzlichen Prüfungen und erweiterter Nachweisführung.

Vor zwei Jahren brachte Soudal den Volumendämmstoff MF 167 auf den Markt – ein luftdichter Polyurethan-Schaum (PU-Schaum) für Fensteranschlüsse, der zwei der drei Funktionsebenen des Drei-Ebenen-Modells der Fenstermontage auf einmal abdichtet. Auf der FENSTERBAU FRONTALE 2026 präsentiert das Unternehmen mit Sitz in Leverkusen die Weiterentwicklung: MF 167 Pro.
Die Grundlagenforschung zu PU-Schäumen begann bei Soudal nach eigenen Angaben bereits im Jahr 2016. Damals prüfte das Unternehmen erstmals erfolgreich die luftdichte Funktion dieser Schäume und entwickelte sie kontinuierlich weiter. Aus dieser Arbeit entstand der MF 167, der nun in einer neuen Entwicklungsstufe erscheint.
Zusätzliche Prüfungen beim ift Rosenheim
Da es sich um eine bekannte Werkstofftechnologie, aber vergleichsweise neue Anwendung handelt, ließ Soudal ergänzend zu den üblichen Zulassungs- und Systemprüfungen weitere Untersuchungen beim ift Rosenheim durchführen. Dazu zählen u.a. Alterungsprüfungen zur Bewertung der Dauerhaftigkeit des luftdichten Fensteranschlusses.
"Eine neue Technologie kann natürlich noch nicht den allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprechen. Um unseren Anwendern noch mehr Sicherheit zu bieten, haben wir diese zusätzlichen Prüfungen veranlasst", sagt Harald Lüdtke, Geschäftsführer Soudal Deutschland und Regional Director Central Europe. Das Ergebnis: Der MF 167 Pro überzeuge auch hier.
Der neue PU-Schaum basiert auf einer angepassten Rezeptur und ist mit erweiterten Prüfberichten hinterlegt. Zudem erreicht der Dämmstoff die DGNB-Qualitätsstufe 4 – die höchste der Stufen. So trage er offiziell zur Qualität des nachhaltigen Fenstereinbaus bei. Mit seiner rein weißen Ausführung sei der MF 167 Pro im Vergleich zu seinem grauen Vorgänger auch optisch aufgewertet.
Bauphysikalischer Hintergrund
Den bauphysikalischen Ansatz des Produkts einer luftdichten, zugleich diffusionsoffenen Anschlussfuge stützen Ergebnisse des europäischen Forschungsvorhabens 1a-dicht!?, an dem die Holzforschung Austria (HFA), das ift Rosenheim sowie Vertreter aus Industrie und Handwerk beteiligt sind.
"Neue Forschungsergebnisse zeigen, wie wichtig der technologische Fortschritt bei der Fensterabdichtung ist. Mit unserem Forschungsvorhaben 1a-dicht!? am HFA haben wir spannende und unerwartete Ergebnisse zu innovativen Technologien gewonnen. Bei der Luftdichtheit unterstützen sowohl die schlagregendichte Ebene als auch ein hochflexibler Schaum die Funktionsfähigkeit des Systems", erklärt Dr. Julia Bachinger, Leiterin des Fachbereichs Fenster bei der HFA.
Die Materialeigenschaften des MF 167 Pro verhindern nach Herstellerangaben den konvektiven Feuchteeintrag und stellen so die bauphysikalischen Kriterien an die Anschlussfuge sicher. Für Baukörper und Fuge bedeutet das eine stark reduzierte Feuchtigkeitsbelastung, da diese bei der verbleibenden Diffusion nur in einem unkritischen Maße ausfällt. Das Drei-Ebenen-Modell der Fenstermontage bleibt dabei vollständig erhalten.
Zwei statt drei Komponenten
Für Verarbeiter liegt ein wesentlicher Vorteil des Volumendämmstoffs darin, dass statt drei Komponenten nur noch zwei erforderlich sind – der MF 167 Pro für die mittlere und luftdichte Ebene sowie eine äußere, schlagregendichte Abdichtung. Für die äußere Ebene bietet Soudal drei auf Systemkompatibilität geprüfte Optionen an, die sich je nach Bausituation flexibel einsetzen lassen: die Fensterfolie SWS Outside Extra, den flüssigen Dichtstoff Soudatight Hybrid sowie das Soudaband Pro Bg 1.
"Eine Kombination mit Produkten anderer Anbieter können wir als System jedoch nicht freigeben, da diese nicht geprüft wurden. Generell wird die Kompatibilität zwischen chemischen Baustoffen für die Prozesse immer wichtiger", sagt Alexander Kirch, Teamleiter Technik und Entwicklung bei Soudal.
Besondere Vorteile bietet der sprühbare Volumendämmstoff im Bestand: Bei unebenen Laibungen und variierenden Fugenbreiten füllt er den Fugenraum vollständig aus – anders als klassische, vorkomprimierte Bänder, die auf gleichmäßige Fugengeometrien angewiesen sind. Luftdichte Anschlüsse lassen sich so auch in Bestandsgebäuden gemäß ift-Richtlinie MO-01/1 realisieren.
Mehr als 14 Millionen Meter verfugte Anschlussfugen
Die Marktresonanz auf den Vorgänger MF 167 gibt Soudal Rückenwind: Innerhalb von 22 Monaten verkaufte das Unternehmen in Deutschland mehr als 400.000 Dosen. Bei einer Ausbeute von zirka 35 Metern pro Dose ergibt das mehr als 14 Millionen Meter verfugter Anschlussfuge – was nach Unternehmensrechnung zirka 2,5 Millionen Normfenstern entspräche.
"Die Marktdurchdringung zeigt, dass integrierte Lösungen von Verarbeitern angenommen werden. Mit dem Nachfolgeprodukt gehen wir einen weiteren großen Schritt, der auch den Einsatz in DGNB-relevanten Objekten möglich macht", sagt Lüdtke.