Zeitgemäßer Bedienkomfort Kastenfenster verbinden Denkmalschutz und Technik

Vom Wohnblock zum modernen Bürokomplex: Bei der Sanierung der Hamburger Grindelhäuser half eine Neuinterpretation von Kastenfenstern dabei, Energieeffizienz, Komfort und Denkmalschutz elegant zu vereinen. Für zeitgemäßen Bedienkomfort sorgen dabei Fensterantriebe dieses Herstellers.

Kastenfenster bieten von Natur aus überlegene Wärmedämm- und Schallschutzeigenschaften, die mit der Verwendung von High-Tech-Materialien zusätzlich ergänzt werden. - © Geze/Jürgen Biniasch

Die zwölf Grindelhochhäuser im Hamburger Bezirk Eimsbüttel zählen zu den ersten Wohnhochhäusern nach 1945 und stehen heute unter Denkmalschutz. Bei der Umwandlung des Gebäudes in der Oberstraße 14b zu einem Gewerbeobjekt mussten die Fenster energetisch und funktional modernisiert werden, ohne das denkmalgeschützte Erscheinungsbild zu verändern. Gleichzeitig erforderten die geplanten Bildschirmarbeitsplätze zeitgemäßen Sonnenschutz und Lüftungskomfort.

Letztendlich entschieden sich die projektleitenden Architekten Dipl.-Ing. Martin Muus und Dipl.-Ing. Katja Wilde für Kastenfenster als Basis der Sanierung. Diese historische Bauweise mit zwei hintereinander angeordneten Fensterelementen habe sich als perfekte Basis für die Integration zeitgenössischer Technik erwiesen.

Historisches Konstruktionsprinzip mit moderner Technik

Kastenfenster bieten von Natur aus überlegene Wärmedämm- und Schallschutzeigenschaften gegenüber konventionellen Einzelfenstern. Der Luftraum zwischen den beiden Fensterelementen fungiert als natürliche Isolationsschicht und Schallbarriere – ein Prinzip, das bereits in vergangenen Jahrhunderten geschätzt wurde.

Die moderne Hamburger Interpretation verfeinert dieses bewährte Konzept durch High-Tech-Materialien: Sonnenschutzglas außen trifft auf Wärmeschutzglas innen. In den Zwischenraum ist eine automatische Verbundjalousie mit 35 Millimeter breiten Lamellen integriert. Diese Lösung ermöglicht die natürliche Belüftung durch das äußere Fenster bei gleichzeitiger Verschattung der Innenräume. So entstehe ein ausgeklügeltes Klimamanagement, das Energiekosten senkt und den Arbeitskomfort spürbar steigert.

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    Die historische Bauweise des Kastenfensters mit zwei hintereinander angeordneten Fensterelementen bietet die perfekte Basis für die Integration moderner Technik.
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    Technische Finesse: Zur Automatisierung der äußeren Fensterflügel wurden Slimchain Öffnungsantriebe in Kombination mit dem Verriegelungsantrieb Power Lock genutzt.
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    Bei der Umwandlung des Gebäudes in der Oberstraße 14b zu einem modernen Gewerbeobjekt wurde auf eine Neuinterpretation des bewährten Kastenfensters gesetzt.
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    Nachkriegsmoderne unter Denkmalschutz: Bei der Modernisierung eines der bekannten Grindelhochhäuser kamen Automatisierungslösungen von Geze zum Einsatz

Automatisierung nach Maß

Technische Finesse zeigt sich in der Automatisierung der äußeren Fensterflügel. Das Projektteam entschied sich hierbei für Lösungen von Geze, Hersteller von Tür-, Fenster- und Sicherheitstechnik. Zum Einsatz kommen Slimchain Öffnungsantriebe in Kombination mit dem Verriegelungsantrieb Power Lock.

Die Slimchain-Antriebe zeichnen sich dem Hersteller zufolge durch ihre schlanke Bauweise aus: Sie verschwinden nahezu unsichtbar im Fensterrahmen, während die Zuleitungen in der Konstruktionsfuge verlaufen. Kein störender Technikaufbau, keine sichtbaren Installationen – die Automatisierung bleibt dem Betrachter verborgen und respektiert so das historische Erscheinungsbild.

Der Verriegelungsantrieb Power Lock gewährleistet auch in den höheren Etagen bei stärkeren Windlasten einen sicheren Verschluss. Da nur die äußeren Fenster motorisiert sind, entfällt nach Herstellerangaben eine zusätzliche Absicherung nach Maschinenrichtlinie 2006/42/EG.

Die Bedienung erfolgt über Wandtaster im Raum, die inneren Flügel der Kastenfenster lassen sich weiterhin manuell öffnen. Diese hybride Lösung verbindet die Vorteile der Automatisierung mit der bewährten Einfachheit manueller Bedienung.

Frühzeitige Abstimmung als Erfolgsfaktor

Bereits in der frühen Projektphase stimmten sich die Architekten mit dem Fensterbauer Sehlmann, dem Glashersteller Semco sowie den Fensterantriebsspezialisten von Emt und Geze ab. "Das Engagement und die offene Kommunikation mit allen Beteiligten haben es ermöglicht, Herausforderungen frühzeitig zu erkennen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln", sagen die Architekten Muus und Wilde. Eine Herangehensweise, die in der oft fragmentierten Baubranche leider noch zu selten praktiziert werde.

Das Hamburger Projekt zeige eindrucksvoll, wie sich moderne Fenstertechnik denkmalgerecht integrieren lässt. Die gelungene Verbindung aus historisch bewährten Konstruktionsprinzipien und zeitgemäßer Automatisierungstechnik eröffne neue Perspektiven für die Gebäudemodernisierung.

Weltweit arbeiten bei Geze nach Unternehmensangaben ca. 3.500 Menschen. Die Firma entwickelt und fertigt am Stammsitz in Leonberg. Weitere Fertigungsstätten befinden sich in China, Serbien und der Türkei. Mit 37 weltweiten Tochtergesellschaften und sechs Niederlassungen in Deutschland bietet Geze nach eigenen Angaben Kundennähe und Service.


Technische Daten der eingesetzten Geze-Systeme

Geze Slimchain Öffnungsantrieb

- Öffnungskraft bis 300 N

- Verstellweg bis 400 mm

- Schutzart IP 54

- Betriebstemperatur -20°C bis +70°C

- Verdeckte Integration möglich

Geze Power Lock Verriegelungsantrieb

- Schließkraft bis 2.000 N

- Mehrfachverriegelung möglich

- Windlastsicherheit bis Klasse 6

- 24V DC Betriebsspannung

- Kombinierbar mit allen Geze-Öffnungsantrieben

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