Holzfenster richtig schleifen Mehr als nur Oberfläche

Ob handwerkliche Fertigung oder industrielle Serie: Das Schleifen bleibt ein zentraler Prozess im Holzfensterbau. Zwischen CNC-Bearbeitung und Lackierung entscheidet das Schleifen maßgeblich über die Qualität von Holzfenstern. GFF gibt einen Überblick über die Maschinenlösungen verschiedener Hersteller.

Ecoline bietet mehrere Baureihen für den Holzfensterschliff an: von kompakten Maschinen für kleinere Betriebe bis hin zu Hochleistungsanlagen wie Windsand oder Profilsand.
Ecoline bietet mehrere Baureihen für den Holzfensterschliff an: von kompakten Maschinen für kleinere Betriebe bis hin zu Hochleistungsanlagen wie Windsand oder Profilsand. - © Ecoline

Das Schleifen ist unabhängig vom Automatisierungsgrad der Fertigung ein zentraler Prozessschritt im Holzfensterbau. Die Hauptaufgabe liegt laut Alfred Shmili, Sales Manager bei Ecoline, darin, die Oberflächen optimal für die Lackierung vorzubereiten. Denn durch die vorgelagerte CNC-Bearbeitung mit Messern und Fräsern werden die Holzporen geschlossen. Für die Lackierung müssen diese aber geöffnet sein, damit Imprägnierungen und Lacke tief ins Holz eindringen können. Ohne Schleifen leidet die Standzeit der Maschinen, Schutzwirkung und somit die Fensterqualität. Manuelle Schleifprozesse stoßen dabei an ihre Grenzen. „Handschliff ist nie konstant – er hängt vom Druck, der Person und vom Tageszustand ab“, sagt Shmili. Maschinelles Schleifen hingegen ermögliche gleichbleibend hohe Qualität, kalkulierbare Kosten und höhere Prozessstabilität.

Der Umstieg vom manuellen auf maschinelles Schleifen ist nach seiner Erfahrung vor allem eine Frage des Personaleinsatzes. „Sobald täglich zwei bis drei Personen ausschließlich mit Schleifen beschäftigt sind, wird eine Maschine wirtschaftlich interessant“, betont Shmili. Die jährlichen Personalkosten entsprächen in vielen Fällen bereits einem Großteil der Maschineninvestition. Je nach Maschinentyp amortisiere sich die Investition innerhalb von ein bis zwei Jahren. Danach bringe die Maschine nur noch Vorteile. Entsprechend wachse auch bei kleinen und mittleren Betrieben das Verständnis für automatisierte Schleifprozesse, während große Unternehmen längst auf diese Lösungen setzen.

Modularität statt Standardmaschine

Nach Angaben von Shmili stammen rund 80 bis 90 Prozent der Ecoline-Kunden aus dem Fensterbau, ergänzt durch Anwendungen im Türen- und Plattenbereich. Der Maschinenhersteller positioniert sich dabei als Lösungsanbieter für individuell angepasste Schleifprozesse. „Bei Ecoline geht es darum, die passende Lösung für Kunden zu entwickeln“, betont er. Zwar ähnelten sich die Maschinen äußerlich, im Inneren seien sie jedoch hochgradig individualisiert.

Die modular aufgebauten Schleifmaschinen lassen sich flexibel an Produktionsanforderungen anpassen. Dabei gibt es mehrere Baureihen, die sich für den Fensterbau eignen – von kompakten Maschinen für kleinere Betriebe bis hin zu Hochleistungsanlagen wie Windsand oder Profilsand. Trotz gleicher Bezeichnung unterscheiden sich die Maschinen innerhalb dieser Baureihen teils deutlich. „Eine Windsand kann in mindestens 30 Varianten gebaut werden – allein durch unterschiedliche Geschwindigkeiten, Werkzeugbestückungen oder doppelt ausgeführte Aggregate“, erzählt Shmili. Jede zusätzliche Werkzeugkonfiguration erfordere neue Programmierungen und eine angepasste Prozesslogik. Für Kunden speziell entwickelte Optionen und Module, die sich im Praxiseinsatz bewähren, fließen in neue Serien ein, sodass sich Standardisierung und kundenspezifische Entwicklung ergänzen.


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