Maschineninvestition Kneer-Südfenster setzt auf automatisierte Endmontage

Kneer-Südfenster hat in Westerheim in eine neue Anlage für die automatisierte Endmontage von Fenstern und Haustüren investiert. Mit diesem Schritt reagiert das Unternehmen auf einen zentralen Engpass der Branche.

Die neue Anlage für die automatisierte Endmontage ging im Dezember 2025 bei Kneer-Südfenster in den Betrieb.
Die neue Anlage für die automatisierte Endmontage ging im Dezember 2025 bei Kneer-Südfenster in den Betrieb. - © Kneer-Südfenster

Wie viele Hersteller spürt auch Kneer den zunehmenden Mangel an qualifizierten Fachkräften. Erfahrene Mitarbeiter gehen in den Ruhestand, Nachwuchs ist schwer zu finden. In der Endmontage hätte dies mittelfristig zu Engpässen geführt. Mit der neuen Fertigungslinie schaffe das Unternehmen deutliche Entlastung und stärke zugleich die Zukunftsfähigkeit seiner drei Standorte in Westerheim, Schnelldorf und Massen/Niederlausitz.

Vollautomatische Montage steigert Präzision und Durchsatz

Die vollautomatische Rahmen-Beschlagmontage übernimmt sämtliche Arbeitsschritte für das Vorbohren, Setzen und Verschrauben der Beschlagteile direkt am fertigen Rahmen. Sie fertige mit hoher Präzision, reduziere Fehlerquellen und stelle sicher, dass selbst große Elemente bis zu 3.500 x 2.500 Millimeter zuverlässig und exakt bearbeitet werden.

Separate Montageköpfe für Schließteile und Lager steigern die Effizienz, während intelligent gesteuerte Magazine die Beschläge bereits einen Arbeitsschritt im Voraus bereitstellen. Kämpfer, Kreuze und unterschiedlichste Rahmengeometrien lassen sich flexibel und passgenau bearbeiten.

Fachkräfte entlasten, Fertigungstiefe sichern

Die Entscheidung zur Investition war für Geschäftsführer Florian Kneer nicht nur eine Reaktion auf den Fachkräftemangel, sondern auch ein klares Bekenntnis zur eigenen Fertigungstiefe: "Mit dem neuen Montagecenter setzt Kneer-Südfenster einen wichtigen Impuls für seine Fertigungsstrategie. Automatisierung dort, wo sie Qualität sichert, Fachkräfte entlastet und Kunden spürbare Vorteile bietet. Gleichzeitig bleibt die handwerkliche Kompetenz zentraler Bestandteil der Unternehmensidentität. Dieses Zusammenspiel prägt unseren Familienbetrieb seit Jahrzehnten."

Das Traditionsunternehmen in dritter Generation bleibe damit unabhängig, steigere seine Produktionssicherheit und schaffe die Grundlage für schnelle Durchlaufzeiten – auch mit Blick auf eine künftig wieder steigende Nachfrage. Zwar sei die aktuelle Auftragslage gut beherrschbar, doch Kneer-Südfenster denke voraus. Wenn der Markt für Neubau und Sanierung wieder anzieht, verkürzen sich die Lieferzeiten deutlich. Für den Handel und das Fachhandwerk bedeute dies eine verlässliche Planbarkeit und eine spürbar höhere Liefertreue – gerade bei komplexen Projekten mit eng getakteten Zeitfenstern. Endkunden profitieren von konstant hoher Qualität, die den Gebrauchsnutzen und die Langlebigkeit der Fenster und Haustüren noch einmal steigert.

Ein weiterer Beweggrund für die Investition: Nachhaltigkeit. Die neue Anlage arbeitet energieeffizient und reduziert den Ressourcenverbrauch. Für Kneer-Südfenster sei das kein Trend, sondern Teil einer langfristigen Unternehmensphilosophie. Verantwortung für Umwelt, ein bewusster Materialeinsatz und nachhaltige Prozesse gehören ebenso zum Selbstverständnis, wie der Anspruch, langlebige Produkte zu schaffen, die Wohnqualität und Wertbeständigkeit verbinden.

  • Bild 1 von 4
    Materialfluss ohne Umwege – an der Klipstankstelle werden die Klipse automatisch bereitgestellt und dem Aggregat kontinuierlich zugeführt.
    © Kneer-Südfenster
    Materialfluss ohne Umwege – an der Klipstankstelle werden die Klipse automatisch bereitgestellt und dem Aggregat kontinuierlich zugeführt.
  • Bild 2 von 4
    Im Klipsaggregat werden die Klipshalter vollautomatisch und passgenau auf dem Rahmen positioniert und verschraubt. Es können bis zu vier Klipse gleichzeitig montiert werden.
    © Kneer-Südfenster
    Im Klipsaggregat werden die Klipshalter vollautomatisch und passgenau auf dem Rahmen positioniert und verschraubt. Es können bis zu vier Klipse gleichzeitig montiert werden.
  • Bild 3 von 4
    Passgenau vorbereitet: Vorgefertigte Aluschalen werden automatisch zugeführt, händisch am Auflageplatz auf den Rahmen gelegt und an einer Ecke sicher fixiert. Anschließend gelangt er automatisch zur Wendestation, die den Rahmen von der Innenseite auf die Außenseite dreht.
    © Kneer-Südfenster
    Passgenau vorbereitet: Vorgefertigte Aluschalen werden automatisch zugeführt, händisch am Auflageplatz auf den Rahmen gelegt und an einer Ecke sicher fixiert. Anschließend gelangt er automatisch zur Wendestation, die den Rahmen von der Innenseite auf die Außenseite dreht.
  • Bild 4 von 4
    Der Beschlagautomat ist das Herzstück der Endmontage, er führt die Beschlagteile selbstständig zu, bohrt und verschraubt sie hochpräzise am fertigen Rahmen.
    © Kneer-Südfenster
    Der Beschlagautomat ist das Herzstück der Endmontage, er führt die Beschlagteile selbstständig zu, bohrt und verschraubt sie hochpräzise am fertigen Rahmen.
Zugehörige Themenseiten:
Automatisierung