Schlechte Nachrichten aus Österreich: Die Isolar Isolierglaserzeugungs GmbH stellt die Produktion am Standort Klagenfurt zum Jahresende ein. Und auch MGT Mayer Glastechnik droht das Aus.

Die Isolar Isolierglaserzeugungs GmbH mit Sitz in Klagenfurt beendet ihre Geschäftstätigkeit. Das Unternehmen schließt sein Werk zum Jahresende, wie es in einer Stellungnahme auf seiner Website mitteilt. 90 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz.
Als Grund für die Schließung nennt das Unternehmen die deutliche Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfelds in den vergangenen Jahren. Die erheblich gestiegenen Kosten für Energie, Materialien, Personal und Dienstleistungen hätten sich nicht ausreichend kompensieren oder an den Markt weitergeben lassen, heißt es in der Erklärung. Laut ORF betrug das Minus am Isolar-Standort Klagenfurt allein im vergangenen Jahr 2,5 Millionen Euro. Für das laufende Jahr werde ein ähnlich hoher Abgang erwartet. Das habe Andreas Winter, Geschäftsführer der Arnold-Glas Unternehmensgruppe mit Sitz in Deutschland, dem Sender mitgeteilt.
Ordentliche Abwicklung geplant
Die Isolar Isolierglaserzeugungs GmbH betont, dass es eine ordentliche Schließung umsetzen werde. Die dafür notwendigen finanziellen Mittel hätten die Eigentümer zur Verfügung gestellt.
"Die Entscheidung musste schweren Herzens, aber mit dem notwendigen unternehmerischen Verantwortungsbewusstsein von der Gruppenleitung und Geschäftsleitung getroffen werden", heißt es abschließend in der Stellungnahme. Besonderer Dank gelte den Mitarbeitern in Österreich, die über zahlreiche Jahre wertvolle Arbeit geleistet hätten.
MGT Mayer Glastechnik vor Schließung
Während bei Isolar die Entscheidung bereits gefallen ist, steht MGT Mayer Glastechnik mit Sitz in Feldkirch vor einer unsicheren Zukunft – womöglich gar vor dem Aus. Wie es beim ORF heißt, wurden die 117 Mitarbeiter des Traditionsbetriebs über eine mögliche Schließung informiert. Eine endgültige Entscheidung soll in Kürze fallen. Dann werde voraussichtlich auch geklärt, ob ein Insolvenzantrag gestellt wird.
Nach Angaben der Tageszeitung Neue am Sonntag rutschte das Unternehmen im Jahr 2024 tief in die roten Zahlen – mit einem Verlust von zirka 1,28 Millionen Euro. Im Jahr 2023 hatte MGT Mayer noch einen Jahresüberschuss von zirka 193.000 Euro ausgewiesen. Gleichzeitig stiegen die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten auf zirka sechs Millionen Euro. Das Eigenkapital habe sich innerhalb eines Jahres um mehr als eine Million reduziert. Als Gründe nennt die Zeitung Energie- und Personalkosten, die sich verändernde Produktpalette sowie einen Nachfragerückgang bei Sondergläsern.
Noch ist unklar, wie es mit MGT weitergeht. Laut Neue am Sonntag könnte eine Übernahme Zukunftsperspektive bieten. Ob ein Investor gefunden werden könnte oder ob MGT in der Lage wäre, ausreichend Geld zur Fortführung des Betriebs bereitzustellen, bleibe vorerst jedoch offen.
Zuletzt hatte es schon mehrmals Bewegung im österreichischen Markt gegeben: So hat Glas Trösch Glas Marte übernommen. Und das Private-Equity-Unternehmen Accursia Capital hat Eckelt Glas und Glas Ziegler gekauft (siehe Kasten oben rechts).