Forschungsprojekt Naturfasern sollen Holzlacke widerstandsfähiger machen

Ein Forschungsprojekt des Instituts für Holztechnologie Dresden (IHD) widmet sich der Entwicklung innovativer Beschichtungssysteme für Holz im Außenbereich. Das Ziel ist es, durch die Einbindung von Naturfasern in Holzlacke die Schutzwirkung gegenüber Witterungseinflüssen und mechanischen Belastungen deutlich zu verbessern.

Das Forschungsprojekt NFHolzlack widmet sich der Entwicklung innovativer Beschichtungssysteme für Holz im Außenbereich. - © Medienzunft Berlin/stock.adobe.com

Herkömmliche Holzbeschichtungen für Fenster, Türen und Fassaden stoßen bei extremen Witterungsbedingungen an ihre Grenzen. Hagel, UV-Strahlung sowie Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen führen zu Rissen in den Lackschichten, durch die Feuchtigkeit eindringt und Folgeschäden am Holz entstehen. Das IHD-Forschungsprojekt NFHolzlack entwickelt eine Lösung für diese Problematik.

Die Forscher bringen Naturfasern in die Beschichtungen ein, die kraftableitend wirken und Mikrorisse überbrücken sollen. Nach Angaben der Projektverantwortlichen erhöht dies die Widerstandsfähigkeit des Lacks deutlich. Die Beschichtungen bleiben länger intakt, was die Wartungsintervalle verlängert und die Instandhaltung wirtschaftlicher gestaltet.

Landwirtschaftliche Reststoffe statt Glasfasern

Einen besonderen Schwerpunkt legt das Projekt auf den Einsatz pflanzlicher Fasern aus Reststoffen der Landwirtschaft, die statt Glasfasern zum Einsatz kommen sollen. Diese Reststoffe blieben bislang meist ungenutzt oder fanden nur energetische Verwertung.

Der Ansatz eröffne neue Wertschöpfungspotenziale für ländlich geprägte Regionen und schließe eine Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion aus. Die Kombination aus verbesserter Materialleistung und ressourcenschonender Rohstoffwahl soll einen Beitrag zu Klimaschutz, Ressourceneffizienz und einer nachhaltigeren Bauwirtschaft leisten.

Praxisnahe Erprobung geplant

Das Forschungsteam will praxisnah erproben, wie sich naturfaserverstärkte Lacke formulieren, applizieren und hinsichtlich Dauerhaftigkeit testen lassen. Das Ziel seudie Entwicklung einer neuen Generation von Holzbeschichtungen, die nicht nur die Umwelt entlaste, sondern auch wirtschaftliche Vorteile für Bauherren, Handwerk und Industrie biete.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert das Projekt mit dem Förderkennzeichen 49MF240110 im Rahmen der Förderrichtlinie INNO-KOM Modul "Marktorientierte Forschung und Entwicklung".