Maschinenbau Voilàp rettet Stürtz vor dem Aus

Die italienische Voilàp-Gruppe übernimmt den insolventen Maschinenbauer Stürtz Maschinenbau aus Neustadt/Wied-Rott. Mehr als 350 Arbeitsplätze bleiben erhalten. So sieht die Zukunft des Unternehmens nun aus.

Die Zukunft von Stürtz Maschinenbau ist gesichert. - © Stürtz Maschinenbau/Screenshot: HMM

Nur acht Wochen nach der Insolvenzantragstellung steht die Zukunft von Stürtz Maschinenbau wieder auf sicheren Füßen. Die italienische Voilàp-Gruppe mit Sitz in Modena hat den Maschinenbauer für Kunststofffenster-Produktion im Rahmen einer übertragenden Sanierung übernommen. Über den Kaufpreis vereinbarten beide Seiten Stillschweigen.

Die Rettung sichert mehr als 350 Arbeitsplätze am Hauptsitz in Neustadt/Wied-Rott sowie sämtliche Hauptstandorte im Ausland. Alle Auslandsgesellschaften in Kanada, Polen, Großbritannien und den USA bleiben bestehen. Der Geschäftsbetrieb läuft den Angaben zufolge nahtlos weiter.

Strategische Ergänzung für italienischen Konzern

Voilàp ist eine italienische Industriegruppe, die sich auf Systeme und Technologien für die Bearbeitung von Materialien wie Aluminium, Leichtmetall, PVC und Stahl spezialisiert hat. Der Konzern mit 1.600 Mitarbeitern ist in mehr als 60 Ländern aktiv und erzielte im Jahr 2024 einen konsolidierten Umsatz von 350 Millionen Euro.

"Wir betrachten diese Transaktion als eine einzigartige Gelegenheit, ein immer umfassenderes System intelligenter und vernetzter Maschinen für die Fabriken der Zukunft zu entwickeln. Mit Stürtz erwerben wir eine einzigartige Kompetenz im Bereich automatisierter Prozesse", sagt Valter Caiumi, Verwaltungsratspräsident und CEO der Voilàp-Gruppe.

Caiumi verweist auf die Erfahrung seines Konzerns bei Unternehmensübernahmen. Als Beispiel nennt er Elumatec, den deutschen Maschinenbauer, den Voilàp vor zehn Jahren übernommen hat. Das Unternehmen habe sich inzwischen zum Weltmarktführer in seiner Branche entwickelt, sagt Caiumi.

Insolvenzverwalter sprechen von Glücksgriff

Die beiden Insolvenzverwalter zeigen sich zufrieden mit der schnellen Lösung. "Wir freuen uns, dass wir in kurzer Zeit eine tragfähige Zukunftslösung für das Unternehmen finden konnten. Der Investor ist ein großer Player im Markt und für Stürtz ein Glücksgriff", sagt Jens Lieser, Insolvenzverwalter der Stürtz Maschinenbau GmbH. Der Erwerber verfolge einen langfristig orientierten Ansatz, der Kontinuität für Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter ermögliche.

Sein Kollege Dr. Alexander Jüchser, Insolvenzverwalter der Stürtz Holding GmbH, betont die Bedeutung für die Planungssicherheit. "Die Kunden und Lieferanten von Stürtz haben nun Gewissheit und vor allem Planungssicherheit. Auch für die Belegschaft ist das Bekenntnis des Erwerbers ein starkes Signal", sagt Jüchser. Er dankte den Mitarbeitern für ihre Loyalität während der Zeit der Ungewissheit.

Geschäftsbeziehungen bleiben bestehen

Mit der Investorenlösung ist nach Angaben der Insolvenzverwalter die Grundlage für einen Neustart an der Seite eines starken internationalen Partners gelegt. Die Geschäftsbeziehungen zu Kunden in wichtigen Märkten wie den USA und Europa bleiben bestehen. Aufträge werden wie geplant bearbeitet.

Stürtz Maschinenbau wurde im Jahr 1946 gegründet und gilt als führender Anbieter von Maschinen und Automatisierungslösungen für die Kunststoff- und Aluminiumfensterfertigung. Das Unternehmen mit Sitz in Neustadt/Wied-Rott steht nach eigenen Angaben für technische Entwicklung, anwenderorientierte Lösungen und umfassenden Service.