Maschinenwartung Lisec teilt Tipps für reibungslosen Betrieb

Das Service-Team des österreichischen Maschinenherstellers Lisec bearbeitet täglich zirka 100 Kundenanfragen und sammelt dabei Erfahrungen mit häufigen Problemen. Die Experten haben jetzt Empfehlungen zusammengestellt, die Stillstände verhindern und die Produktion absichern sollen.

Parameter-Sicherung bei Lisec (neue Visualisierung). - © Lisec

Regelmäßige Backups bilden nach Herstellerangaben das Fundament für einen störungsfreien Maschinenbetrieb. Lisec empfiehlt, Parameter wöchentlich sowie nach jeder Anpassung durch einen Techniker auf externen Speichermedien zu sichern. Bewährt habe sich die Speicherung aller Backup-Dateien einer Linie auf USB-Sticks, die mit der Seriennummer der jeweiligen Maschine gekennzeichnet werden. Diese USB-Sticks sollen an einem zentralen Punkt gesammelt werden, beispielsweise in einem Schlüsselkasten am Ende der Linie, so dass sie bei Störungen schnell zugänglich sind.

Festplatten-Sicherung alle sechs Monate

Zusätzlich zur Parameter-Sicherung empfiehlt Lisec eine regelmäßige Festplatten-Sicherung alle sechs Monate sowie nach jedem erfolgreichen Update durch einen Lisec-Techniker auf einen Server. Bei einem aktuellen Backup dauere es nur etwa zehn Minuten, bis mit Hilfe eines Lisec-Technikers die Produktion wieder aufgenommen werden könne, teilt das Unternehmen mit.

Besondere Aufmerksamkeit verdient dem Hersteller zufolge das ordnungsgemäße Herunterfahren der Maschinen. Bei Beckhoff-PCs müsse das Herunterfahren über das Hauptmenü und die Schaltfläche Beenden erfolgen. Andernfalls bestehe das Risiko, dass Daten, Einstellungen oder Dateien beschädigt werden oder verloren gehen. Möglicherweise lasse sich sogar die Visualisierung am nächsten Tag nicht starten.

Regelmäßige Überprüfungen der Pufferbatterien können nach Unternehmensangaben Produktionsausfälle verhindern. Wenn der Hauptschalter abgeschaltet wird, stellt die Pufferbatterie in der Steuerungskarte sicher, dass das PLC-Steuerungsprogramm gespeichert bleibt. Bei einer leeren Batterie verliert die CPU-Steuerung das Programm und muss neu programmiert werden. Dies zeigen die Fehlermeldungen ER03 oder ER04 an, und die Maschine lässt sich nicht starten.

Wartungslogbücher vereinfachen Fehleranalyse

Eine regelmäßige und gründliche Reinigung der Maschinen sei essenziell, um ihre Lebensdauer zu verlängern und die Produktionsqualität zu steigern, betont Lisec. Die Einhaltung der vorgeschriebenen Wartungsintervalle ermögliche es, potenzielle Probleme frühzeitig zu erkennen und zu beheben.

Jede Wartung sollte sorgfältig im Wartungslogbuch dokumentiert werden. Diese Aufzeichnungen ermöglichen es dem Betriebsleiter, jederzeit nachzuvollziehen, wann und welche Wartungsarbeiten an den Maschinen vorgenommen wurden. Bei Störungen seien sie äußerst hilfreich für die Fehleranalyse durch den Lisec-Techniker, da Informationen über den letzten Austausch, die letzte Reinigung und ähnliche Maßnahmen sofort verfügbar sind.

Wichtig sei auch die regelmäßige Kontrolle von Verbrauchsmaterial wie Schneidrädchen und Schleifscheiben. Betriebe sollten sicherstellen, dass die notwendigen Verbrauchsmaterialien verfügbar sind und sich in einem verwendbaren Zustand befinden, insbesondere wenn sie längere Zeit auf Lager liegen.

Notspülprozess bei Versiegelungsmaschinen üben

Einen Sonderfall stellen Versiegelungsmaschinen dar. Im Maschinenkopf wird Basismaterial mit Härter vermischt, um Isolierglas-Einheiten gasdicht zu verschließen. Bei einem Stromausfall verbleibt mit Härter versetztes Basismaterial in der Maschine, das bei normalen Zimmertemperaturen in fünf bis zehn Minuten aushärtet, bei großer Hitze sogar in nur drei Minuten.

Daher gibt es eine Vorrichtung für eine manuelle Weißspülung mit Basismaterial ohne Härter. Bediener sollten regelmäßig geschult werden, um im Notfall schnell reagieren zu können, andernfalls müssen Schlauch und Düse vollständig ausgetauscht werden, warnt Lisec.

Fehlermeldungen vor Quittierung dokumentieren

Im Fehlerfall sei es von größter Bedeutung, zunächst die Fehlermeldung sorgfältig zu lesen und erst dann zu quittieren, wenn das Problem eindeutig erkannt wurde, betont das Unternehmen. Eine nachträgliche Rekonstruktion des Fehlerhergangs sei oft schwierig und erschwere die Zusammenarbeit mit dem Lisec-Techniker.

Eine umfassende Dokumentation des Maschinenzustands während eines Fehlers sei entscheidend für die Analyse und Lösung des Problems. Ein Foto der Fehlermeldung einschließlich der Visualisierung sei von Vorteil. Kann kein Foto gemacht werden, sollte zumindest die eindeutige ID-Nummer der Fehlermeldung notiert werden. Idealerweise wird im Fehlerfall ein Debugger erstellt, der alle aktuellen Einstellungen, Parameter und den Maschinenstatus protokolliert.

Das Mylisec-Portal bietet nach Herstellerangaben eine strukturierte Oberfläche, die es ermöglicht, alle relevanten Informationen wie Fehlermeldungen, Screenshots und Systemdaten zu erfassen. Durch die Nutzung des Portals könne sichergestellt werden, dass Fehlerberichte direkt an das zuständige Support-Team weitergeleitet werden, was die Bearbeitungszeit erheblich verkürze.

Wichtig seien aktuelle Kontaktdaten im Mylisec-Portal. Veraltete oder unvollständige Kontaktdaten können dazu führen, dass Update-E-Mails und Rückfragen an Personen gesendet werden, die nicht in den Servicefall involviert sind. Eine bewährte Lösung sei, für Maschinen und Software jeweils eine teamübergreifende E-Mail-Adresse einzurichten, auf die mehrere Personen zugreifen können.