Im zweiten Teil unserer Serie rund um Künstliche Intelligenz zeigt Autor Matthias Brack auf, wie KI-Tools Handwerksbetriebe entlasten können. Auf das Gewusst-wie komme es an. "Überall, wo Routine und Wiederholung aufeinandertreffen, lohnt sich der Einsatz", rät der Schreinermeister.

Die Ausschreibung ist da. 200 Seiten stark, viele Positionen, viele Zahlen – und mittendrin das, was wirklich wichtig ist. Wer sich schon einmal durch so ein Dokument gearbeitet hat, weiß: Das kostet Nerven. Heute läuft das anders. Die Datei wird an eine Sprach-KI wie ChatGPT übergeben. Die Aufgabe: Fensterpositionen, Maße, Einbauarten – bitte übersichtlich aufgelistet. Während der Assistent rechnet, läuft der Kaffee durch. Zehn Minuten später liegt alles sauber strukturiert vor. Der Kopf ist frei. Es kann losgehen.
Viele kleine Helfer statt der einen Lösung
Derzeit existiert (noch) keine zentrale KI, die sämtliche Aufgaben gleichzeitig bewältigen kann. Auch wenn der Wunsch nach einer solchen umfassenden Lösung weit verbreitet ist, ähnlich wie bei Branchenprogrammen, bleibt es wichtig, zu erkennen, dass der Fokus weiterhin auf spezialisierten Tools liegt. Wer auf eine Komplettlösung wartet, wird noch lange warten. Der Weg führt über viele kleine digitale Helfer, die an den richtigen Stellen unterstützen. Es geht nicht darum, alles zu automatisieren, sondern gezielt zu entlasten.
Ein gutes Beispiel: Sprachmodelle wie ChatGPT. Die können nicht nur Texte schreiben oder E-Mails formulieren, sondern auch komplexe Gesprächsnotizen zusammenfassen oder Inhalte aus technischen Dokumenten herausfiltern. Statt lange zu suchen, reicht eine gezielte Frage – und die KI bringt die relevanten Informationen auf den Punkt.