Mit AGC Recycle Glass startet AGC einen neuen Service, der das Recycling von Flachglas stärken soll: Gesammelt wird sowohl Abschnittglas aus der Verarbeitung als auch End-of-Life-Isolierglas aus Rückbau- und Sanierungsprojekten. Um es anschließend wieder in die Flachglasproduktion zurückzuführen, arbeitet AGC mit einem Netzwerk aus Transporteuren, Recyclern, Entsorgern und Rückbauunternehmen zusammen.

Im derzeitigen Ablauf von Abriss- und Modernisierungsmaßnahmen wird dem Material Glas zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet, dabei ist die Rückführung von Glas in das Recycling- und schlussendlich in den Produktionskreislauf für Flachglas genauso wichtig, wie Kunststoff- und Aluminiumprofile zurückzuführen.
Rückführung der Scherben in die Schmelze
AGC Glass Europe hat darum ihren neuen Service gestartet, der wie folgt funktioniert, wenn Gebäude abgerissen oder rückgebaut werden sollen: Nach einer ersten, möglichst frühzeitigen Aufnahme des Projekts durch AGC werden in Abstimmung die Fenster oder Fassadenbauteile durch Rückbau- oder Fensterbauunternehmen aus dem Gebäude entfernt und das Glas aus dem Rahmen ausgebaut. Es wird in einem speziellen Container gesammelt, der von Partnern bereitgestellt wird. Dieser wird dann zu einem ausgewählten Flachglasrecycler transportiert, der die Verglasung aufbereitet, um Scherben hoher Qualität zu gewinnen, die den hohen Anforderungen für die Herstellung von Flachglas entsprechen. Die aufbereiteten Scherben werden zur nächstgelegenen AGC-Flachglasproduktion transportiert, geprüft und der Schmelze zugeführt. Dem Auftraggeber wird abschließend ein Zertifikat ausgestellt, das die Einsparungen an Ressourcen und CO2 bestätigt.
So entsteht echte Kreislaufwirtschaft
Echte Materialkreisläufe sind in der Flachglasindustrie ein wichtiger Hebel für die künftige CO2-Neutralität: Je mehr Scherben in den Kreislauf zurückgeführt werden, desto weniger neue Rohstoffe müssen abgebaut und eingesetzt werden. Jede Erhöhung des Scherbenanteils im Gemenge der Schmelze spart Energie und senkt den CO2-Ausstoß, denn Scherben senken die benötigte Ofentemperatur: Eine Erhöhung des Scherbenanteils um zehn Prozent senken den Energiebedarf der Schmelze um 2,5 Prozent. Jede Tonne Scherben verringert den CO2-Ausstoß um 0,7 Tonnen und spart rund 1,2 Tonnen Rohstoffe.