Wie entwickelt sich die Baukonjunktur in Deutschland und wie geht es weiter mit dem Absatz von Fenstern und Türen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Fachtagung Statistik und Markt beim VFF in Frankfurt. Die Experten prognostizierten gleichermaßen gute und schlechte Nachrichten. Hier die Details.

VFF-Geschäftsführer Frank Lange präsentierte die Ergebnisse des Konjunkturindex IV/24 zum Fenstermarkt im Wohnbau. Demnach sank die Erwartung der Mitgliedsbetriebe für den Neubau seit August von minus 46 Prozent auf minus 51 Prozent. Die Lage stagnierte bei rund minus 70 Prozent.
In der Sanierung ergab der Index, dass die Erwartung der Mitglieder seit August stark abnahm von rund zehn Prozent auf jetzt etwa ein Prozent.
Im Nicht-Wohnbau zeigte der Konjunkturindex des VFF für den Neubau seit August eine abnehmende Erwartung der Mitgliedsbetriebe auf minus 40 Prozent. Die Lage bliebt zwischen August und Oktober nahezu gleich bei etwa minus 20 Prozent.
In der Sanierung im Nicht-Wohnbau trübten sich Erwartung und Lage gleichermaßen ein und sanken von rund Null Prozent auf minus fünf Prozent.
Dem Konjunkturindex IV/24 des VFF für den Gesamtmarkt zufolge hat sich die Erwartung der Mitgliedsbetriebe seit August wieder eingetrübt. Sie war seit Oktober 2023 kontinuierlich gestiegen. Die Lage der Mitgliedsbetriebe ging ab August ebenfalls zurück.
Zahl der Baugenehmigungen wächst wieder
Martin Langen von B+L Marktdaten wies darauf hin, das im Wohnbau die Zahl der Baugenehmigungen für Neubauten bundesweit seit Februar 2024 wieder über dem Wert von 4.000 je Monat liege und tendenziell leicht wachse. Im Januar 2024 lag der Wert bei 3.864, im Dezember 2023 bei 3.913. Im November 2023 wurden bundesweit von den Behörden 4.111 Baugenehmigungen für Neubauten erteilt. Das könne ein Zeichen dafür sein, dass die Bodenbildung der Entwicklung erreicht und durchschritten sei.

Langen berichtete, das große Projektierer zahlreiche Bauvorhaben verfolgen mit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum teils zweistelligen Zuwachsraten. Demnach verfolgte Bonava Deutschland im August 38 Bauvorhaben (plus 11,76% im Vgl. zu 8/23), BPD Immobilienentwicklung arbeitete an 36 Bauvorhaben (plus 5,88% im Vgl zu 8/23), Ten Brinke hatte 30 Bauvorhaben in Arbeit (plus 7,14% im Vgl zu 8/23).
Prognose: Fenstermarkt schrumpft weiter
Die aktuellen deutschen Fenster- und Außentürenmarktzahlen stellte Jörg Flasdieck von Heinze vor. Demnach gehe der Fenstermarkt 2024 auf 12,9 Mio. Fenstereinheiten zurück, das entspricht einem Minus von 8,5 Prozent im Vergleich zu 2023. 2025 prognostiziert Heinze einen weiteren Rückgang des Marktes auf dann 12,8 Mio. Fenstereinheiten (minus 1,3% im Vgl. zu 24).
Zum Vergleich: 2022 hatte der Fenstermarkt ein Volumen von 15,5 Mio. Fenstereinheiten, 2021 waren es 15,8 Mio. Einheiten.
Der Rückgang 2024 ist vor allem durch den Neubau bedingt. Laut Heinze sank die Menge der Fenstereinheiten in diesem Segment um 20,8 Prozent im Vgl. zu 2023 auf 4,1 Mio. Einheiten. Für kommendes Jahr wird abermals ein Rückgang um 6,7 Prozent vorausgesagt auf dann 3,8 Mio. Fenstereinheiten.
In der Sanierung werden der Prognose zufolge in diesem Jahr 8,9 Mio. Einheiten installiert, das entspricht einem Minus von 1,5 Prozent im Vgl. zu 2023. Für 2025 erwarten die Marktforscher von Heinze eine Plus von 1,2 Prozent auf 9 Mio. Einheiten.

Außentürenmarkt: Volumen geht zurück
Der Außentürenmarkt in Deutschland ist wie der Fenstermarkt geprägt von der schwachen Baukonjunktur. Laut Heinze hat der Markt 2024 ein Volumen von 1,12 Mio. Einheiten, das entspricht einem Minus von 9,4 Prozent im Vgl. zu 2023. Für 2025 werden 1,15 Mio. Einheiten (minus 0,4% im Vgl. zu 24) erwartet.
Für den Rückgang ist vor allem der Neubau verantwortlich. Hier sinkt die Menge auf 245.000 Einheiten, das entspricht einem Minus von 22,3 Prozent im Vgl. zu 2023. Nächstes Jahr sinkt die Menge laut Heinze erneut auf dann 229.000 Einheiten (minus 6,3% im Vgl. zu 24).
Die Menge der Außentüren in der Sanierung gehe laut Heinze in diesem Jahr auf 875.000 Einheiten (minus 5% im Vgl. zu 23) zurück. Nächstes Jahr rechnen die Marktforscher mit einem Anstieg der Menge auf 885.000 Einheiten (plus 1,2% im Vgl. zu 24).
