"Geht nicht - gibt’s nicht": Das ist das Motto der 1924 entstandenen Glaserei Lippold. Das mittlerweile in vierter Generation geführte Unternehmen feiert dieses Jahr seinen 100. Geburtstag und blickte bei seiner Firmenfeier auf Erfolge, bewältigte Herausforderungen und prägende Momente zurück.

Der Betrieb wurde 1924 als Schreinerei von Schreinermeister Paul Lippold in der Luisenstr. 19 in Sprendlingen gegründet. Zusammen mit seiner Frau Louise baute er ein kleines Haus und dahinter seine Werkstatt. Die Maschinen in der Werkstatt wurden von einem Motor und einer langen Welle mit Transmissionsriemen angetrieben. Je nachdem welche Maschine benötigt wurde, wurde der Riemen aufgelegt. Leider verstarb Paul Lippold sehr früh mit 46 Jahren nach einem Arbeitsunfall an der Tischfräse. Daraufhin verkaufte seine Frau Louise die Maschinen und lies von dem Geld als eine der Ersten in Sprendlingen ein innenliegendes WC und Bad anbauen.
Wiedereröffnung als Glaserei
Doch das war nicht das Ende des Unternehmens. Sohn Otto machte seine Glaserlehre in Neu-Isenburg und dann seinen Meister, bevor er für sechs Jahre im zweiten Weltkrieg kämpfte. Nach dem Krieg eröffnete er 1945 eine Glaserei in der Schreinerwerkstatt seines Vaters und gründete mit seinen Glaserkollegen die Glaserinnung für Stadt und Kreis Offenbach, die er fast 30 Jahre als Obermeister führte.
Nachdem das Wohnhaus zu klein wurde, erweiterte Otto das Haus und schuf zudem ein Zimmer mit eigenem Eingang für seine Gesellen. Die Werkstatt vergrößerte er fast um das Doppelte und schaffte neue Maschinen an. Da nach dem Krieg die Nachfrage nach Fenstern groß war, fertigte, lieferte und montierte er tausende von Fenster in Frankfurt und Umgebung. Unter anderem stattete der damals auch eine Etage im Frankfurter Römer mit neuen Fenstern aus.
Umzug und Ergänzung um Möbelgeschäft
Mit dem Eintritt von Otto´s Sohn Klaus Lippold 1956 entwickelte sich die Firma zu Möbel Lippold, einem Unternehmen für Holzmöbel und Fensterbau in Frankfurt und Rhein/Main. Dafür erwarben Vater und Sohn ein Grundstück in der Frankfurter Straße 123, worauf sie zwei Hallen errichteten. Zusammen mit Klaus´ Frau Elisabeth eröffneten sie dort zusätzlich zur Glaserei das Möbelgeschäft. Nach dem frühen Tod von Klaus mit nur 27 Jahren führten Otto und Elisabeth das Geschäft (Glaserei & Möbel) weiter.
Spezialisierung auf Flachglas und Kranmontagen
Einige Jahre später begann Thomas Lippold, Sohn von Klaus und Elisabeth, seine Tischler-Lehre bei der Schreinerei Schwab in Urberach. Nach der Lehre und der Bundeswehr stieg er in den Familienbetrieb ein und spezialisierte ihn vom Möbelgeschäft auf beratungsintensive Sparten wie Küchen, Betten und die Glaserei. 1989 wandelte Thomas die Firma in die Lippold GmbH um. Später folgte die Ausgliederung der Küchenabteilung in die Küchen Lippold und Senke GmbH, deren Geschäftsführung Thomas´ damaliger Verkäufer Matthias Senke übernahm. So konnte sich die Lippold GmbH auf die Verarbeitung und Montage von Flachglas und Kranmontagen konzentrieren. Heute ist die Lippold GmbH sehr breit aufgestellt − von der Kellerfensterreparatur über Fenstermontage bis zur Verglasung einer Hochhausfassade. Das Aufgabenfeld umfasst ebenso Tischglasplatten, Duschabtrennungen, Spiegelwände, Spiegeltabletts und Shop-Türanlagen.
Die fünfte Generation
Mittlerweile ist auch die fünfte Generation Teil des Unternehmens. Carolin Lippold, Tochter von Thomas, kam nach ihrer Ausbildung zur staatlich geprüften Europasekretärin und ihrem Bachelorabschluss in international Business Management, auch zum Handwerk und entschied sich für eine Ausbildung zur Glasergesellin. Nach einigen Jahren im Familienbetriebs gründete sie mit ihrem Mann die Möbel Lippold MC GmbH zum Verkauf von Massivmöbeln in antiker Stilrichtung und kam so zurück zu den Wurzeln des Lippoldschen Unternehmens.
