ift Rosenheim und B+L Umfrage zeigt Bedarf für klimasichere Bauprodukte

Die Energiekrise und die Folgen des Klimawandels erfordern wirksame Maßnahmen – gerade auch im Baubereich. Eine Online-Befragung des ift Rosenheim und B+L Marktdaten bestätigt jetzt: Das Interesse von Planern, Herstellern, Händlern und Bauherren an den Themen Nachhaltigkeit und klimasicheres Bauen ist groß.

Klimasicher Bauen – Umfrage zeigt Bedarf für nachhaltige und klimaresiliente Bauprodukte. - © ift Rosenheim, Daniel Schöne/stock.adobe.com

Auch wenn der Ukrainekrieg den Kampf gegen den Klimawandel im Augenblick überlagert, gibt es in großen Teilen der deutschen und europäischen Bevölkerung einen stabilen Trend zu einer nachhaltigeren Lebens- und Wirtschaftsweise. Viele Menschen wollen einen persönlichen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel leisten – am liebsten ohne das eigene Verhalten wesentlich zu ändern. Deshalb bevorzugen sie technische Maßnahmen. Das haben auch die Gespräche auf der ift-Sonderschau Green Deal während der FENSTERBAU FRONTALE 2022 gezeigt.

Gebäudesektor wichtiger Hebel

Ein wichtiger Hebel ist dabei der Gebäudesektor, denn dieser trägt wesentlich durch fossile Heizenergie und die CO2-Emissionen bei der Herstellung von Bauprodukten und Gebäuden zum Klimawandel bei. Eine Steigerung der energetischen und nachhaltigen Sanierung ist deshalb erforderlich.

Unbestritten ist auch, dass die Folgen des Klimawandels (Klimaextreme) Menschen häufiger gefährden, insbesondere durch Hitzewellen, Starkregen und Stürme. Viele Bauherren wollen sich deshalb besser gegen die Folgen von Klimakatastrophen schützen.

Wachsende Nachfrage nach Schutzmaßnahmen

Um verlässliche Aussagen über das Interesse von Planern, Herstellern, Händlern und Bauherren an den Themen Nachhaltigkeit und klimaresilientem Bauen sowie belastbare Bewertungskriterien zu erhalten, hat das ift Rosenheim gemeinsam mit B+L Marktdaten eine Online-Umfrage durchgeführt. Von den 476 Teilnehmern der Umfrage waren 65 Prozent der Ansicht, dass die Nachfrage nach nachhaltigen und klimaresilienten Bauprodukten zunimmt und ein Bewertungssystem notwendig ist.

Mehr als 50 Prozent waren der Meinung, dass auch die Nachfrage an Schutzmaßnahmen gegen Klimaextreme (Stichwort: Starkregen/Hochwasser und Hitzewellen) deutlich wächst. Als größte Bedrohung sehen die Umfrageteilnehmer Überschwemmungen (64 Prozent), Überhitzung (59 Prozent) und Stürme/Tornados (51 Prozent) gesehen. Interessant war auch, dass über alle Zielgruppen hinweg eine deutliche Mehrheit aller Befragten ein Bewertungssystem und eine Kennzeichnung für Nachhaltigkeit und Klimaresilienz als hilfreich erachten. Besonders ausgeprägt war diese Einschätzung bei Bauherren (100 Prozent) und Planern (78 Prozent), aber auch die Hersteller waren mit 67 Prozent für ein neutrales Bewertungssystem, das eine Vergleichbarkeit und verlässliche Produktbeschreibung ermöglicht. Das ift Rosenheim analysiert deshalb die relevanten Anforderungen und erarbeitet Verfahren für Bewertungskriterien auf Basis anerkannter Normen und technischer Regeln.