Ausgestattet mit moderner Bandtechnik Torschluss zu historischer Industriearchitektur

Türe und Tore mit historischem Kontext gehören zu den Spezialitäten der Tischlerei Arboreus in Altenburg. Gefragt war deren Expertise bei der Sanierung der ehemaligen Notendruckerei C. G. Röder in Leipzig: Den neuen Loftwohnungen fehlte eine funktionierende Toranlage.

Tischlermeister Uwe Schnabel ließ sich bei der Entwicklung der Toranlagen von der Architekturgeschichte des Leipziger Industriedenkmals leiten. - © Basys, guenther-fotodesign.de

Die Aufgabe bestand darin, für die beiden bislang offenen Durchgänge zum Innenhof eine Toranlage zu entwerfen, die modernen Sicherheits­ansprüchen genügt und sich optisch so einfügt, als sei sie bereits beim Bau durch den Leipziger Architekten Max Pommer im Jahr 1898/99 vor­handen gewesen. Uwe Schnabel, Tischlermeister und Geschäftsführer der Tischlerei Arboreus, konnte nicht auf Vorlagen zurückgreifen. Der erfahrene Handwerker, der sich mit der klassisch-künstlerischen Holzbearbeitung dem Erhalt historischer Werte widmet, ließ sich von der Architekturgeschichte des Industriedenkmals leiten.

Einzigartige Bauweise

Die Notendruckerei C. G. Röder gilt als erster komplett im System Hennebique errichteter Stahlbetonbau Deutschlands, was sie aus bau­technischer Sicht einzigartig macht. Auf dem Kellergeschoss lagern vier Hauptgeschosse. Das Dachgeschoss war als Halbgeschoss mit Mezzanin-Fenstern und Walmdach ausgeführt.
Die östliche Fassade von der Perthesstraße gliedert sich in acht Fensterachsen mit Einzel- und Zwillingsfenstern, die Segmentbögen in sichtbarem Ziegelmauerwerk überspannen. Der h-förmige Grundriss bildet einen großen Innenhof, den die Bewohner heute u.a. als Parkfläche nutzen.

Tore mit der Architektur im Einklang

Der Innenhof ist sowohl von der Perthesstraße als auch vom Gerichtsweg erreichbar. Für diese beiden Durchgänge entwickelte Schnabel zwei jeweils 3,40 Meter breite und 4,25 Meter hohe zweiflügelige und doppelschlägige Toranlagen mit unabhängig voneinander zu öffnendem Ober- und Un­terteil. Die Rahmenfüllungskonstruktion übernimmt die klare Gliederung der Fassade. Im unteren Bereich geben jeweils zwei Rauten pro Türflü­gel die Struktur vor. Darüber nehmen Stahlgitter in acht zweireihig ange­ordneten, quadratischen Fenstern die Rautenform auf. Im oberen Be­reich sorgen sie für Licht- und Luftdurchflutung; die Ein­glasung der unteren vier Öffnungen schützt vor ungewünschter Abfallentsorgung.

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