Die Aluminiumproduktion in Deutschland ist im ersten Quartal teils deutlich gesunken. Die Hersteller von Rohaluminium verzeichneten ein Minus von knapp einem Fünftel (-18 Prozent) auf 235.000 Tonnen.
"Die drastisch gestiegenen Stromkosten bringen insbesondere die energieintensiven Primäraluminiumhütten an die Grenze der Wirtschaftlichkeit, so dass sie aktuell dazu gezwungen sind, ihre Auslastung stark herunterzufahren", teilt der Verband Aluminium Deutschland mit.
Im Halbzeugsektor fiel die Entwicklung moderater aus. Mit einem Volumen von 502.000 Tonnen blieb die Herstellung von Walzprodukten gegenüber dem Vorjahresquartal vergleichsweise stabil (-1 Prozent). Die Fertigung von Strangpressprodukten liegt im bisherigen Jahresverlauf bis März noch 6 Prozent im Plus – allerdings mit nachlassender Dynamik. Nach einem starken Jahresstart sank sie im März um 1 Prozent. Die erheblichen Schwierigkeiten in den internationalen Lieferketten, wie zum Beispiel in der Automobilindustrie, sind noch nicht gelöst.
Dr. Hinrich Mählmann, Präsident von Aluminium Deutschland (AD), betonte: „Aluminium ist durch seine Lösungskompetenz ein Schlüsselwerkstoff für die Verwirklichung des Green Deals. Für uns als energieintensive Industrie ist die aktuelle Strom- und Gaspreisentwicklung eine harte Belastungsprobe. Die oftmals mittelständisch geprägten Unternehmen der Aluminiumindustrie werden dadurch teils an den Rand ihrer Existenz gedrängt. Die deutsche und europäische Aluminiumindustrie leidet. Derweil floriert sie in anderen Teilen der Welt mit deutlich schlechteren Umwelt- und Klimastandards. Das ist Carbon Leakage par excellence.“
Gas-Lieferstopp hätte drastische Folgen

Aus einer von Aluminium Deutschland durchgeführten Mitgliederbefragung geht hervor, dass neun von zehn Unternehmen der deutschen Aluminiumindustrie nicht auf einen anderen Energieträger ausweichen können, sollte kurzfristig kein Gas mehr zur Verfügung stehen.
Bereits ab einer Verringerung der Gaszufuhr von bis zu 30 Prozent würde bei der Hälfte der Unternehmen die Produktion stillstehen, bei einem weiteren Viertel wäre dies bei einer Kürzung von 30-40 Prozent der Fall.
