Am Lily-Braun-Gymnasium in Spandau ist Berlins erste Typensporthalle in modularer Holzbauweise entstanden. In allen Gebäuden kommt eine Kombination aus blendfreien und ballwurfsicheren Isoliergläsern zum Einsatz. Dank der
Die Berliner Schulbauoffensive – ein auf zehn Jahre ausgerichtetes Investitionsprojekt der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie – hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Bestand zu sanieren bzw. zu vergrößern sowie mehr als 60 neue Schulgebäude zu errichten. Zusätzlich entstehen derzeit neun Dreifeldsporthallen in serieller Bauweise, sogenannte Typensporthallen (TSH). Den Auftakt macht die TSH60 am Spandauer Lily-Braun-Gymnasium.
Schnelle Fertigstellung dank vorgefertigter Bauteile
Der auf einer Nutzfläche von ca. 1.700 Quadratmetern errichtete Neubau umfasst eine Dreifeldsporthalle mit drei Geräteräumen, einem Mehrzweckraum, diversen Funktionsräumen sowie Umkleide-, Wasch- und Toilettenräumen. Aus der Verteilung in zwei unterschiedlich tiefe Nebenraumzonen entlang der Hallenlängsseiten zugunsten einer durchgängig ebenerdigen Nutzung ergibt sich im Querschnitt eine einprägsame Kontur wie ein Hutprofil, das durch die Asymmetrie seine Individualität erhält. Die Verschiebung der Umkleideraumzone zu den beiden Giebeln bricht zudem die Symmetrie des Hallengrundrisses und zoniert mit den diagonal gegenüberliegenden Gebäudeeinschnitten zwei überdachte Zugänge, einer zum öffentlichen Straßenraum, der auch nach Schulschluss für lokale Sportvereine und bei Wettkämpfen am Wochenende erreichbar ist, und einer zum Schulhof für die innerschulische Erschließung.
Fertiggestellt wurde der von der Stuttgarter Architektenpartnerschaft scholl.balbach.walker. entworfene Neubau innerhalb weniger Monate auf einem ehemaligen Bolzplatz. Möglich machte dies die Standardisierung der Bauelemente und der hohe Vorfertigungsgrad der Bauteile von der Tragkonstruktion über die Gebäudehülle bis in den Ausbau. Auf diese Weise konnten parallel zur Typensporthalle am Gymnasium auch die Arbeiten an weiteren Standorten in kurzen zeitlichen Versätzen begonnen werden – ganz im Sinne einer schnellen, wirtschaftlichen und ökologischen Bauoffensive.
Turnen mit Tageslicht
Bei der Planung der Halle mit der 45 mal 22 Meter großen Sportfläche gab es vielerlei Anforderungen, darunter die natürliche Belichtung mit ballwurfsicherem Blendschutz innen und außen. Die hierfür passende Lösung lieferte das Okalux K Isolierglas mit transluzenter, lichtstreuender Kapillareinlage. Diese sorgt ohne zusätzliche Blendschutzeinrichtungen für eine gleichmäßige und schlagschattenfreie Ausleuchtung des Rauminneren mit Tageslicht, das sich nicht nur positiv auf das Wohlbefinden der Sportler auswirkt, sondern auch die Energiekosten reduziert.
Die Dreifachverglasung stellt laut Hersteller den hierfür erforderlichen Wärmeschutz und zugleich notwendigen Sonnenschutz mit einem U-Wert von 0,8 W/m²K und einem g-Wert von 21 Prozent sicher. Für einen angenehmen Sehkomfort bei Wettkämpfen von Ballsportarten wie Basketball und Volleyball sind über die ganzen Hallenlängsseiten 74 Wärmeschutzgläser oberhalb der Prallwände in die vertikal gegliederte Holz-Alu-P/R-Fassade eingefügt. Diese zeichnen sich neben den ballwurfsicheren Eigenschaften auch durch die individuelle Maßanfertigung von 1.147 mal 4.880 und 1.120 mal 4.880 Millimeter aus. "Okalux K ordnet sich ohne störende horizontale Untergliederung harmonisch in das 1,25 Meter breite Fassadenraster ein", sagt Michael Walker von scholl.balbach.walker. "Dass schnelle Fertigungszeit und Qualität in keinem Widerspruch zueinander stehen, verdeutlicht auch die gute Recycelbarkeit, Langlebigkeit sowie wartungsfreie Nutzung der Isoliergläser."