Kaum beschlossen, profitiert der Fachverband GFF BW bereits vom Austritt aus dem BIV: Trotz fehlender Messeeinahmen steht am Ende des Haushaltsentwurfs für 2021 ein Plus. Ansonsten dominierten Fachthemen die Mitgliederversammlung, insbesondere die Montage mit Vorab-Zarge.
Fast 93.000 Euro an Förderung hätte der Fachverband GFF BW von NürnbergMesse erhalten, hätte die FENSTERBAU FRONTALE 2020 wie geplant stattgefunden. Nun fehlen die Einnahmen im Haushaltsplan für 2021. Die gute Nachricht: Gemäß dem Haushaltsentwurf wird der Verband das nächste Jahr dennoch mit einem Plus abschließen. "Das ist positiv überraschend. Wir sind den Plan zweimal durchgegangen, weil wir es selbst nicht glauben konnten", sagte Geschäftsführer Waldemar Dörr auf der Delegiertenversammlung im Herbst.
Neben gewissen Einsparungen profitiert der Verband nach seinen Angaben insbesondere vom Austritt aus dem BIV. Was bislang als Beitrag an den gebeutelten Verband in Hadamar floss, komme nun dem GFF BW zugute. Während das Geld kurzfristig dabei hilft, den Haushalt auszugleichen, werden die wachsenden Rücklagen auf lange Sicht in die überfällige Sanierung des Verbandsgebäudes fließen. "Wir wollen der Nachfolgegeneration hier eine Zukunft ermöglichen", sagte Dörr.
Montage mit Blindzargen
Es war das einzige Mal, dass der BIV Erwähnung fand – und das war fast schon wohltuend. Während auf den zurückliegenden Versammlungen insbesondere das Thema der Mitgliedschaft im BIV die Agenda dominiert hatte, ging es an diesem Samstag rein um fachliche Themen. Im Technik-Teil stellte technischer Berater Jan Eiermann neben Absturzsicherung, Befestigung und Asbest ausführlich die Arbeit mit Blindzargen im Neubau dar. Unterstützung erhielt er dabei vom Leiter der entsprechenden Arbeitsgruppe, Glasermeister Norbert Pauleit von Fensterbau Scheffler in Grossbottwar.
Eiermann sieht zwei wesentliche Gründe, die für den zweistufigen Fenstereinbau mit Vorab-Montagezargen sprechen. Zum einen geht es um den sonst nur schwierig zu gewährleistenden Schutz der Leistung während der Bauphase. "Durch den späten Einbau schützen wir unsere Möbelfenster vor der Zerstörung durch andere Gewerke", sagte Eiermann. Zum anderen vereinfache ein Zargensystem den späteren Fenstertausch. Bei vorgesetzt montierten Fenstern kann dieser bei herkömmlicher Montage mit Winkeln durchaus zum Problem werden.
Handwerker unter Zugzwang
Auch Norbert Pauleit war vor wenigen Monaten in einer solchen Situation. Der Glasermeister nutzte die Möglichkeit, seine Kollegen für das Thema zu sensibilisieren. Nach seinen Angaben hat die Montage mit Zargen fast nur Vorteile – etwa auch beim Baukörperanschluss und bei der Befestigung in hoch wärmedämmendem Mauerwerk. Einziger Nachteil seien die Kosten. "Die Investitionskosten muss man beim Kunden argumentieren können", sagte Pauleit. Er bekomme beispielsweise ein Fenster wie frisch aus der Produktion. Zudem relativierten sich die Kosten in der Gesamtbetrachtung.
Während die Montage mit Zarge in anderen Ländern Stand der Technik sei, nimmt das Thema in Deutschland laut Pauleit erst jetzt Fahrt auf. Er beobachte, dass Fensterlieferanten ihre Händler verstärkt für die Montage mit Blindzarge schulten. Das bringe die produzierenden Handwerksbetriebe in Zugzwang. "Wenn wir uns nicht mit dem Thema befassen, nehmen die Händler uns die Arbeit weg. Dann geht uns ein Riesenbereich an Fenstern auf Dauer verloren." Sein Appell: Wer im Neubau tätig ist, sollte sich schnellstmöglich über Zargensysteme informieren. "Das Thema ist komplex. Von heute auf morgen wird die Umstellung nicht gelingen."
Den vollständigen Bericht lesen Sie in der GFF-Dezemberausgabe, die am 4.12.20 erscheint.
