Wenige Tage vor Beginn des Fachkongresses Advanced Building Skins untersagte der Kanton Bern Veranstaltungen mit mehr als 15 Teilnehmern. Was das für den Verlauf bedeutete und wie Organisator Andreas Karweger die Situation erlebte, lesen Sie hier.

Stellen Sie sich vor, Sie planen einen internationalen Fachkongress in der Schweiz – und wenige Tage vorher setzt das Robert-Koch-Institut den Alpenstaat auf seine Liste der Risikogebiete. Teilnehmer und Referenten aus Deutschland sagen ihr Kommen ab. Als wäre das nicht genug, zieht wenig später der Regierungsrat des Kantons Bern nach und verbietet alle Veranstaltungen mit mehr als 15 Personen. So erging es Andreas Karweger, der mit Advanced Building Skins nach eigener Aussage Europas führenden Event für die Gebäudehülle veranstaltet. "Dass das so reglementiert wurde, war heftig", sagt der Kongressmacher nach der Veranstaltung im Gespräch mit GFF. Mit dem Verlauf ist er dennoch nicht unglücklich. "Den Umständen entsprechend lief die Veranstaltung ganz gut ab."
Webinar sehr gut angenommen
Dass Karweger trotz der ungünstigen Rahmenbedingungen dieses Fazit zieht, liegt an der vorausschauenden Planung. Von vornherein hatte er die Konferenz als hybride Veranstaltung konzipiert. "Der Großteil der Teilnehmer, die sich registriert hatten, haben am Webinar teilgenommen", sagt Karweger. Während mehr als 1.000 User die Vorträge von Zuhause aus vor den Bildschirmen verfolgten, waren im Kursaal Bern nur die erlaubten 15 Referenten anwesend. "Wenn man weiß, wie es eigentlich ist – im vergangenen Jahr reisten mehr als 800 Teilnehmer nach Bern – war das schon heftig", sagt Karweger.
Nach seinen Angaben seien in diesem Jahr besonders viele Firmenlizenzen abgerufen worden. Daher sei es schwierig, zu sagen, wie viele Nutzer tatsächlich zugeschaut haben. "Vierstellig war die Zahl auf jeden Fall." Die User hörten Vorträge zu verschiedenen Themengebieten. Diese reichten von Glas für die Gebäudehülle der Zukunft über Solarfassaden und neue Designansätze bis zum Fassadenupgrade für sanierungsbedürftige Gebäude. Auch wenn die Veranstaltung als Webinar erfolgreich verlief – Karweger hofft, dass die Konferenz im nächsten Jahr wieder als Vor-Ort-Event zurückkommt. Der Termin steht bereits fest: Es ist der 21./22. Oktober 2021.
Eine Zusammenfassung der Vorträge lesen Sie in der GFF-Dezemberausgabe, die am 4.12.20 erscheint.