Als Dienstleistungsunternehmen ist das ift Rosenheim von der Coronakrise stark gebeutelt. Das Institut machte aus der Not eine Tugend und baute seine digitalen Services aus, mit der Prüfung von PSA hat sich zudem ein neues Geschäftsfeld für die Zukunft eröffnet.

"Corona ist eine Krise der Dienstleistungsbranche." So sagt es Dr. Jochen Peichl, Geschäftsführer und stellvertretender Institutsleiter des ift Rosenheim, als er Anfang Oktober aus Anlass einer virtuellen Pressekonferenz auf das ablaufende Jahr und die Auswirkungen der Coronakrise auf das Institut zurückblickt. Sei das Geschäft bis zur ersten Märzhälfte planmäßig verlaufen, so habe es in der zweiten Monatshälfte sowie im April nahezu keine Auftragseingänge mehr gegeben – bestehende Aufträge seien storniert worden. Erst seit Mai 2020 ziehe das Geschäft wieder an.
Digitalisierung gegen Umsatzminus
In der Konsequenz bedeutet das, dass das ift das angepeilte Umsatzziel von 22,3 Millionen Euro für 2020 deutlich reißen wird. Peichl geht von einem Umsatz von 20,2 Millionen Euro und somit einem Minus von zehn Prozent aus. Besonders gebeutelt ist die ift Akademie, die 75 Prozent ihres Umsatzes einbüßt. Die Verluste in der Fort- und Weiterbildung belaufen sich auf zirka 900.000 Euro. Dass am Ende wohl dennoch eine schwarze Null stehen wird, ist verschiedenen Maßnahmen zu verdanken, die das ift ergriffen hat.
Neben der Kurzarbeit und der Überarbeitung des Investitionsplans ist insbesondere der Ausbau der digitalen Services zu nennen. Im Geschäftsbereich der Zertifizierung hat das Institut z.B. aus den vielen abgesagten Überwachungsbesuchen eine Tugend gemacht und mit den sog. Remote Audits eine Lösung konzipiert, bei der die ift-Experten das Audit mit den Kunden per Video abhalten. Im Geschäftsbereich Prüfung hat das Institut gemeinsam mit ift MessTec das Verfahren digiTest entwickelt. Damit lassen sich auf den firmeneigenen Prüfständen Prüfungen auch aus der Ferne abwickeln. Auch die Akademie hat ihr digitales Angebot erweitert. Beispiele für die Aktivitäten, welche das ift für 2021 deutlich forcieren will, waren im laufenden Jahr die Rosenheimer Tür- und Tortage im Online-Format oder der neue Rosenheimer Online-Dialog.
Ein neues Geschäftsfeld: PSA prüfen
Um weitere Umsätze zu generieren, hat das ift zu Beginn der Pandemie auf eine Initiative von Mitarbeitern hin in Rekordzeit den Prüfbereich für Atemschutzmasken aufgebaut. 1,2 Millionen Euro hat das Prüfinstitut damit laut Peichl bislang umgesetzt. Das Geschäftsfeld will das ift im kommenden Jahr weiter ausbauen: Die Prüfung und Zertifizierung von Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) – von Helmen und Handschuhen über Geschirre bis hin zum Hörschutz – sollen ein weiteres Standbein für das Institut werden.
Einen ausführlichen Bericht zur virtuellen PK des ift Rosenheim lesen Sie in der aktuellen GFF-Novemberausgabe.