Viel mehr als nur Automatenbediener Push the button-Mentalität im Fensterbau?

Automatisierte, verkettete Anlagen sind heute bei vielen Fensterbaubetrieben Standard. Wird der produzierende Mitarbeiter zum Knöpfchendrücker degradiert?

Die Maschine ist nur so schlau wie der Bediener: Einen Knopf zu drücken – damit ist es im Fensterbau längst nicht getan. - © Metzger

"Wieso muss ich das wissen, wenn ich bei der Maschine eh nur auf den Knopf drücke?" Mit solchen Fragen von Auszubildenden sieht sich Antonio Bava bisweilen konfrontiert. Der technische Lehrer der Gewerblichen Akademie für Glas-, Fenster- und Fassadentechnik in Karlsruhe antwortet dann, es komme im Handwerk auf drei Punkte an, die sich gegenseitig bedingen: Qualität, fachliche Kompetenz, Kosteneffizienz. "Ein Facharbeiter muss die fachliche Kompetenz und Hintergrundwissen mitbringen, um die Maschine zu bedienen. Nur dann produziert diese langfristig hohe Qualität zu günstigen Preisen", sagt Bava.

Ohne Fachkompetenz geht es nicht

Der Maschinenbediener müsse wissen, was zu tun ist, wenn die Maschine stillsteht, wann ein Werkzeug getauscht werden muss oder wie er zu verfahren hat, sofern das Holz spröde ist. "Es ist keineswegs so, dass der Maschinenbediener nur auf einen Knopf drücken müsste", betont Bava. Er benötige Verständnis für die Technik. Gerade die Verbindung von traditionellem Handwerk mit neuer Technologie mache das Besondere in der Ausbildung zum Fensterbauer aus. Die Arbeit an einer CNC-Anlage wie einer Homag ist dabei seiner eigenen Erfahrung nach alles andere als ein Kinderspiel. Er vergleicht die Aufgabe mit einer Beziehung. "Man lernt sich jeden Tag neu kennen."

Im Wunschthema der GFF-Novemberausgabe, die am 6.11. erscheint, liefert GFF weitere Beispiele, die darstellen: Egal ob automatisiert oder nicht, die Mitarbeiter im Fensterbau brauchen großes Verständnis für die Technik. Einen Knopf zu drücken – damit ist es längst nicht getan.