Architektonische Herausforderung Wellenförmige Fassade in heißem Wüstenklima

Die Gebäudearchitektur der Qatar National Library in Doha erinnert an einen Diamanten. Die zirka 5.500 Quadratmeter große, wellenförmige Glasfassade wirkt sich durch den Verzicht auf Elemente aus Metall positiv auf das Innenraumklima aus.

Qatar National Library
Die aufgestützten Gebäudeecken verleihen der Fassade die Form eines Diamanten. - © Iwan Baan

Cricursa Cristales Curvados und Super Spacer sind ein erprobtes Team bei der Produktion gebogener XXL-Isolierglaseinheiten für ikonische Bauwerke mit Glasfassaden. Für die zirka 5.500 Quadratmeter große Glasfassade der im Jahr 2018 fertiggestellten Qatar National Library in Doha kam aus energetischen Gründen das Warme Kante-Abstandhaltersystem zum Einsatz. Architekt Rem Koolhaas vom Büro OMA Architekten wählte für den Neubau eine gewellte Glasfassade. Die Gläser sind in Omega-Form ausgeführt, inspiriert von der Vorstellung trocknender Papierblätter.

Die Fassade weist die Form eines Diamanten auf. Sie filtert das Sonnenlicht und leuchtet die Bibliothek dahinter mit diffusem Tageslicht aus. Eine weiße Aluminiumdecke reflektiert das Licht nach unten in den Raum. In die 138 Meter lange Bibliothek gelangen Besucher über den Eingang unter der aufgestützten Gebäudeecke, in der Mitte eines dreieckigen Raums sind sie von drei Terrassen mit marmornen Bücherregalen umgeben. Mehr als eine Million Bücher und 500.000 digitale Ausgaben befinden sich in der Qatar National Library auf einer Fläche von 42.000 Quadratmeter.

Fassade energetisch verbessert

Durch die fehlenden metallischen Elemente in der Fassade entfallen potenzielle Wärmebrücken, die Hitze ins Gebäudeinnere leiten und die isolierende Wirkung von Gasschicht und Warmer Kante in der Doppelverglasung schwächen könnten. "Draußen herrschen im Sommer Temperaturen von mehr als 40 Grad Celsius, im Inneren der Bibliothek sollen es angenehme 20 Grad Celsius sein. Die energetischen und produktionstechnischen Herausforderungen für die Glasflächen in der Fassade waren groß, zumal wir keine mechanische Beschattung einplanen wollten", sagt Joan Tarrus, Cricursa-Marketingdirektor.

Durch die Anordnung der gebogenen Gläser sei die Fassade selbsttragend und besonders widerstandsfähig, was Windlasten betrifft. Die Wellenform ermögliche im Vergleich zu einer planen Glasfläche mit identischer Scheibendicke das Abtragen höherer Lasten sowohl senkrecht zur Ebene als auch in der Scheibenebene. Die zwischen den Glaselementen angeordneten Stahlsockel seien stabilitätsbedingt mit Säulen im Inneren verbunden. "Nur mit gebogenem Floatglas ergab sich eine ganzheitliche Lösung hinsichtlich der Geometrie, Beschichtung, Rasterung und Abmessungen. Das Glas mit 550 Millimeter Radius zu biegen, gab uns im Designprozess größere Freiheit", sagt Tarrus.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in unserer Juli/August-Ausgabe der GFF .