Im Randverbund von Isoliergläsern verbaute RFID-Chips sind in der Lage, die Digitalisierung in der Baubranche voranzutreiben. Andreas Bittis von Saint-Gobain Glass erläuterte auf der Tagung Fassade 20 in Augsburg, wie die Technologie funktioniert und wann sie kommerziell am Markt verfügbar sein wird.

"Das ist es, was die Baubranche revolutionieren wird", sagt Andreas Bittis, Market Manager Business Unit Facade bei Saint-Gobain Glass (SGG), und deutet mit seinem Finger auf ein Isolierglas. Das Besondere: Im Randverbund ist unsichtbar ein RFID-Chip verbaut. "Damit wird der digitale Zwilling aus der Planung mit dem analogen Zwilling der Produktion und dem Bauprozess auf der Baustelle verknüpft", sagt Bittis. "Alles wird digital."
Tracking bis auf die Baustelle
Mit einem Scanner lässt sich demnach eine im Chip hinterlegte ID auslesen. Damit lässt sich das Produkt wie ein DHL-Paket bis auf die Baustelle verfolgen. Zudem erhält der Nutzer Zugang zu einer Datenbank, in welcher die Produktionsdaten für die Scheibe hinterlegt sind. "Das ist wichtig für den Fassadenbauer, aber noch mehr für den Generalunternehmer, weil er dem Bauherrn später eine Projektdokumentation übergeben muss", sagt Bittis. Dank der RFID-Technologie sei es möglich, im BIM-Modell einen Soll-Ist-Abgleich zu machen und dem Eigentümer am Ende ein BIM-Modell mit den Daten der tatsächlich verbauten Elemente zur Verfügung zu stellen. Nützlich sei das auch für den Facility Manager, der bei einer kaputten Scheibe genaue Informationen zur Scheibe abfragen und Kontakt mit dem Lieferanten aufnehmen kann.
Testprojekte laufen
Aktuell laufen laut Bittis erste Testprojekte mit Züblin und Gartner. "Wenn alles gut läuft, werden wir die Technologie nächstes Jahr kommerziell auf dem Markt anbieten können." Bis der Service vollständig bereitsteht, gelte es noch ein paar Arbeiten zu erledigen. Dazu zählten der Aufbau der Datenbank sowie die Entwicklung einer Schnittstelle, mit der sich die Daten im BIM-Modell automatisch aktualisieren lassen. Auch andere Glashersteller sollen später über Lizenzverträge von der Technologie profitieren, sagt Bittis.