"Wenn einer auf Zack ist – einstellen" Ungelernte auf der Baustelle – geht das heute noch?

Angesichts des Fachkräftemangels sind Quereinsteiger in handwerklichen Berufen gefragter denn je. GFF berichtet im Wunschthema der Oktoberausgabe, welche Erfahrungen Betriebe mit diesem Thema gerade in der Montage gesammelt haben, und sagt, wie Sie ungelernte Kräfte effektiv weiterbilden.

Höhere Ambitionen? In den TÜV-Seminaren für Montageleiter Fenster/Türen von Tremco Illbruck bilden sich Profis und Angelernte gleichermaßen erfolgreich weiter. - © Tremco Illbruck

Laut einer ZDH-Umfrage zur Struktur handwerklicher Betriebe aus dem Jahr 2013 liegt ein Wesensmerkmal des Handwerks im hohen Ausbildungsstand seiner Beschäftigten, insbesondere in den zulassungspflichtigen Gewerken. Insgesamt beträgt der Anteil der an- bzw. ungelernten Arbeitskräfte demnach 20 Prozent, während 56 Prozent entweder Meister oder Gesellen sind. Und noch 2018 heißt es, dass sich gerade in den Ausbaugewerken mit acht Prozent nur sehr wenige an- und ungelernte Personen unter den Beschäftigten finden. Andererseits beklagt der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), dass bereits etwa die Hälfte der Betriebe aufgrund des Fachkräftemangels Schwierigkeiten haben, ihre offenen Stellen zu besetzen. Werden vor diesem Hintergrund An- bzw. Ungelernte immer wichtiger für unser Handwerk? Diesem Thema widmet sich GFF im Wunschthema der Oktoberausgabe.

Personal dringend gesucht

"Wenn man keine Gesellen oder Lehrlinge findet, dann macht das Sinn, Ungelernte zu integrieren. Irgendwer muss die Arbeit schließlich machen", sagt beispielsweise Bundesinnungsmeister (BIM) Martin Gutmann. Bei der Integration ist es nach seinen Angaben wichtig, dass der Betrieb über eine gute Stammmannschaft verfüge, die sich um den Mitarbeiter kümmere. Im besten Fall werde der Ungelernte über die Jahre durch learning by doing zu einer wertvollen Arbeitskraft. Von einem solchen Positivbeispiel berichtet Glasermeister Jürgen Simon. Durch Zufall konnte er im September 2016 eine freie Stelle mit dem Cousin eines ehemaligen Mitarbeiters besetzen – mit einem Serben fast ohne Deutschkenntnisse, der in der Heimat studierte, nun aber die Möglichkeit sah, Geld zu verdienen. "Er ist heute ein unverzichtbarer Monteur", freut sich Simon. Der Mitarbeiter sei sehr lernwillig gewesen, so dass es ausgereicht habe, ihn mit seiner Stammmannschaft auf Montage zu schicken. Sein Tipp: "Wenn einer auf Zack ist: einstellen – lernen kann so einer alles."

Vom Ungelerten zum Angelernten zum Profi

Hätte sein Mitarbeiter nicht von selbst so gut gelernt, hätte Simon ihn zur Weiterbildung auf die GFF -Fachakademie nach Karlsruhe geschickt. Der Fachverband GFF BW bietet Modulseminare u.a. zur Fenstermontage an, durch die Betriebe insbesondere ungelerntes Personal weiterbilden. Wer mit seinen angelernten Mitarbeiten höhere Ambitionen verfolgt, schickt sie z.B. zum TÜV-Seminar für Montageleiter Fenster/Türen von Tremco Illbruck. "An dem Seminar nehmen viele Quereinsteiger teil", sagt Projektplaner und Anwendungstechniker Andreas Zimmermann. Nach seinen Angaben ist es auch für Angelernte möglich, die Prüfung zu bestehen.

Den ausführlichen Artikel lesen Sie nur in der GFF -Oktoberausgabe, die am 4.10.19 erscheint.