Hat der Drehkipp-Beschlag Zukunft? Sven Spitzli: "Der Mensch ist ein Gewohnheitstier"

Mehr als 350 Teilnehmer kamen ins Mekka der Schweizer Fensterbranche. Auf den neunten Windays in Biel ging es u.a. um die Frage, ob sich der Drehkipp-Beschlag überlebt hat. Fensterbauer Sven Spitzli hat dazu eine klare Meinung.

Sven Spitzli ist Geschäftsführer von Fritschi Fensterbau in Wil. - © Metzger

Sven Spitzli ist ein regelmäßiger Gast der Windays. "Die Veranstaltung hat für mich einen hohen Stellenwert", sagt der Geschäftsführer von Fritschi Fensterbau in Wil. Neben dem persönlichen Austausch interessiert er sich vor allem für die vorgestellten Innovationen. "Für das Tagesgeschäft ist das nicht von Belang. Aber es ist strategisch wichtig, zukünftige Trends zu kennen", sagt Spitzli, der in seinem Betrieb Holz- und Holz/Alu-Fenster fertigt.

Nachfrage bestimmt Angebot

Bei der diesjährigen Ausgabe stand insbesondere die Beschlagtechnik im Fokus – als limitierender Faktor für innovative Fensterkonstruktionen. Was die Zukunft bringen kann, zeigte Christoph Rellstab, Leiter Höhere Fachschule Holz an der Berner Fachhochschule (BFH), in seinem Vortrag "Einfach automatisiert – eine neue Verschlusstechnik für Fenster". Er stellte eine neue Beschlaggeneration vor, die das automatische Entriegeln, Verriegeln und Bewegen des Fensterflügels bei gleichzeitiger Reduzierung der Rahmenquerschnitte durch Klebetechnik erlaubt. Der Beschlag sitzt im Blendrahmen statt, wie bisher üblich, im Flügel und besteht nur aus Lager-, Öffner/Schließer- und Verriegelungseinheit.

Urs Uehlinger, Leiter Kompetenzbereich Fenster, Türen und Fassaden an der BFH, der ebenfalls an dem Forschungsprojekt beteiligt war, zeigte, welche Vorteile die neue Verschlusstechnik auch in der Produktion mit sich bringt. Zum Schluss seines Vortrags ließ er sich zu einer gewagten These hinreißen. Demnach werde der Drehkipp-Beschlag innerhalb der nächsten zehn Jahre durch eine neue Beschlaggeneration abgelöst. Sven Spitzli glaubt das nicht. "Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Solange der Markt nicht nach Neuem ruft, muss und wird sich nichts ändern." Die Nachfrage bestimme das Angebot.

GFF berichtet in seiner Maiausgabe ausführlich über die Windays in Biel.