Predictive Maintenance heißt das Schlagwort Lisec-CEO: Anlagentechnik macht Ausfälle planbar

Predictive Maintenance ist das Schlagwort in der Glasverarbeitung. Konkret geht es darum, mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit Ausfallvorhersagen für Anlagen zu treffen – und möglichst effizient zu reagieren.

Ing. Gottfried Brunbauer, Lisec CEO
DI Gottfried Brunbauer (58) ist seit Herbst 2018 operativ verantwortlich als CEO des österreichischen Marktleaders Lisec. - © Miermans/Lisec

"Heute sind Technologien verfügbar, um Anlagennutzern zu sagen, dass z.B. innert 24 Stunden mit einer 50-prozentigen Wahrscheinlichkeit an dieser oder jener Maschine ein Fehler auftreten wird. Die Wahrscheinlichkeit steigt innerhalb von zwölf Stunden auf 75 Prozent, binnen sechs Stunden auf 90 Prozent – zum Beispiel." Die Zahlenreihe formuliert DI Gottfried Brunbauer, CEO bei Lisec in Seitenstetten; das Schlagwort dazu heißt Predictive Maintenance und bedeutet nicht nur, dass sich der Anlagenbetreiber auf einen etwaigen Ausfall vorbereiten kann, sondern auch, dass er etwaige Reparatur-, in jedem Fall aber Standzeiten, zum Beispiel auch für Ersatz, so timen kann, dass schlimmere Konsequenzen, etwa wenn es um lukrative Großaufträge mit dahinterliegenden Lieferverpflichtungen geht, deutlich reduzierbar sind.

Eines kann man heute schon sagen: Der 58-jährige Spitzenmanager hat kein Problem mit Entscheidungen. "Für Lisec war es wichtig, klar zu definieren, ob wir ein Maschinenbauer mit Softwaresparte sein wollen – oder ein Maschinenbauer mit optimal integriertem, erweitertem Leistungsprogramm beim Thema Software." Letzteres, unschwer zu erraten, ist die Antwort, daher setzte der Ingenieur die Rückwärtsintegration von Produktmanagement bis After Sales bei beiden Organisationsstrukturen durch – und dürfte damit auch Hinweisen auf Kundenseite nachgekommen sein. Schließlich hat der Processor gerne einen Ansprechpartner und möchte sich nicht zuerst über Zuständigkeiten Gedanken machen müssen.

Technische Reserven ja, aber nichts Überkandideltes

Ähnlich äußert sich der Steyrer zur Befürchtung mancher Beobachter, wenn ein Unternehmen eine international so steile Entwicklung genommen hat; nämlich, dass es sich von den wirklichen Kundenanforderungen in seinen Märkten entfernt: "Man muss den Kunden zuhören", lautet seine lapidare Stellungnahme: "Die wollen schon, dass unsere Anlagen technische Reserven für die nächsten Entwicklungsschritte bieten. Aber es soll keine Technik um der Technik willen sein." Das zweite Thema heißt Lifecycle Kostenmanagement: Bei der Darstellung von Servicekonzepten habe Lisec als Premiumanbieter das Thema einer idealerweise lebenslangen Verfügbarkeit seiner Anlagentechnik fest im Blick.

GFF veröffentlicht in seiner Aprilausgabe ein Interview mit DI Gottfried Brunbauer im Wortlaut, einen Videomitschnitt des exklusiven Gesprächstermins finden Sie natürlich nur auf www.gff-magazin.de.