Frank Lange (50) ist Geschäftsführer des Verbands Fenster + Fassade (VFF), seine Vorstellung erlebten Branchenbeobachter im Abendlicht der Skyline von Mainhattan auf der 21. Etage des Frankfurter Interconti.

Der Start konnte sich sehen lassen. Der gebürtige Niedersachse mit wissenschaftlich-ingenieursmäßigem Hintergrund verantwortete, wie er im GFF-Gespräch bestätigte, zuletzt den Metallbau der Fassadensparte von Seufert-Niklaus im thüringischen Leinefelde und stellte dabei mit 60 Beschäftigten ein Umsatzvolumen zwischen sieben und neun Millionen Euro dar; wichtig: Zwischen 1994 und 2003 arbeitete er im Präsidium des Verbands mit und kennt damit das Innenleben der Spitzenorganisation für die deutsche Fenster- und Fassadenszene. Auf die Reporterfrage, ob er sich eher die öffentlichkeitswirksame Branchendarstellung seines Vorgängers oder den technisch-normativen Ansatz von VFF-Präsident Detlef Timm zu eigen mache, sagte er im exklusiven O-Ton für unsere Zeitschrift: "Beides ist wichtig. Am Ende brauchen wir Mehrwert für Mitglieder und müssen unsere Kompetenz in die Fachöffentlichkeit tragen sowie lobbymäßig nutzen."
Tschorn ist noch (länger) da
Apropos Lobbying: Ulrich Tschorn, der den VFF zweifellos während der zurückliegenden 13 Jahre geprägt hat und sich selbst beim Termin im Dezember nochmals als Vertriebler reinsten Wassers präsentiert, bleibt dem Verband natürlich erhalten. Der Rückzug erfolgt dreistufig: Bis 1. März 2019 ist der Wahl-Gütersloher zunächst mit der Einarbeitung Frank Langes befasst; weitere zwei Monate begleitet er den Geschäftsstellen-Neuling nach dessen offiziellem Start, danach stelle er 25 Prozent seiner Arbeitszeit entgeltlich dem VFF zur Verfügung – und formulierte in Frankfurt mit der Überarbeitung einer Datenbank im verbandseigenen CRM-System bereits eine Aufgabenstellung, die schließlich für einen VFF-Kenner ohne operative Verantwortung prädestiniert sei; ein Jahr könne das dauern. Gleichwohl machte der frühere Geschäftsführer der Mahrenholz-Gruppe in Beverungen vor Vertretern der Fachpresse kein Hehl daraus, dass er nach Jahrzehnten in einer Wochenendehe nun der Familie eine höhere Priorität einräume.
Was sagt Lange zur 18008 und zu polnischen Importeuren?
Stellt sich noch die Frage, wie sich der Neue, Frank Lange, zu den bisher, insbesondere vom Geschäftsführer, seitens des VFF durchaus mit Verve vertretenen Positionen hinsichtlich der Fensterimporte aus Osteuropa vor dem europapolitischen Förderungsbackground (Aluprof mit seiner deutschen Gesellschaft ist gerade eingetreten) und den Streitigkeiten mit dem BF wegen der Normenverschärfung bei der DIN 18008 stellt. "Nun lassen Sie mich erstmal ankommen", warb der 50-Jährige um Verständnis, auf die GFF-Frage noch keine Antwort parat zu haben. Tschorn verwies derweil auf Strategiesitzungen der von Oskar Anders (Hilzinger Unternehmensgruppe) als Vorsitzendem geführten Gütegemeinschaft sowie des VFF selbst kurz hintereinander im Frühjahr 2019; der Noch-GF wird übrigens auf dem VFF-Jahreskongress am 16. und 17. Mai in Bad Homburg verabschiedet.
GFF berichtet in seiner Jännerausgabe zur Bau in München ausführlich über die Präsentation des neuen VFF-Geschäftsführers Frank Lange in Frankfurt. Insbesondere beleuchten wir den Prozess der Entscheidungsfindung und dokumentieren nochmals Originalaussagen des 50-Jährigen im Gespräch mit diesem Medium.