Der Sachverständige Gerhard Riegler nutzte das Karlsruher Sachverständigenforum 2017 zur Fortbildung und zum Erfahrungsaustausch mit Kollegen. Mit GFF-Online spricht er über Entwicklungen in der Praxis und interessante Anregungen auf der Veranstaltung.

"Die Parteien streiten in den Schadensfällen immer extremer und sind selten zu Kompromissen bereit. Diese Schärfe der Auseinandersetzung fällt mir in der jüngsten Vergangenheit zunehmend auf", sagt ö.b.u.v. Sachverständiger Gerhard Riegler. Es sei oft schwierig herauszuarbeiten, welcher der beteiligten Planer, Handwerker, Nutzer etc. den entscheidenden Fehler gemacht habe. "Jeder versucht, sich bestmöglich abzusichern und die Verantwortung auf den Nächsten zu übertragen. Der Druck durch die steigende Zahl an Normen und technischen Regeln, die immer komplizierter sind, nimmt zu", sagt der Gutachter.
Fortbildung unerläßlich
Riegler sieht das KSF als Pflichtveranstaltung für Gutachter der Branche: "Für uns als Spezialisten führt kein Weg an der Veranstaltung vorbei. Ich nehme immer eine neue Erkenntnis oder eine Auffrischung bekannter Aspekte aus den Vorträgen mit." Den Kontakt mit den Kollegen nennt er als weiteren wichtigen Aspekt. Als Highlight des KSF 2017 sieht er den Vortrag von Dr. Dirk Lukowsky, Experte für Schadensanalysen und Holzschutz am Fraunhofer-Institut für Holzforschung – Wilhelm-Klauditz-Institut (WKI). Dieser zeigte einfache forensische Methoden, mit denen Sachverständige Schadensursachen auf den Grund gehen, die auf den ersten Blick nicht erkennbar sind.
Fluoreszierende Spuren sieht der Gutachter mit einer UV-Lampe und deckt so zum Beispiel Schwachstellen in Klebefugen auf. Verschiedene Holzarten und der Unterschied zwischen Massiv- und Splintholz zeigen sich unter UV-Licht ebenso wie Schichtdicken von transparenten Lacken. Rauigkeit, Beschaffenheit und Falzgeometrien dokumentiert der Anwender mit einer Silikonabdruckmasse für seine Gutachten. "Bei seinen Tipps waren Methoden dabei, die wir Gutachter in der Praxis einsetzen können", sagt Riegler.
Mehr zum Karlsruher Sachverständigenforum 2017 und weitere Stimmen finden Sie in der GFF-Ausgabe 5/2017.