Holz überzeugt als Rahmenmaterial für Fenster mit natürlicher Optik, Haptik und einem massiven, hochwertigen Endprodukt. Wie Sie die Holzfenster Ihrer Kunden mit Pflegeprodukten und Anstrichen langfristig schön erhalten, zeigt GFF-Online im aktuellen Wunschthema.

Fensterhölzer müssen außen und innen unterschiedlichen Bedingungen hinsichtlich Temperatur, Feuchtigkeit und mechanischen Beanspruchungen widerstehen. Holz gibt Feuchtigkeit ab und nimmt sie auch wieder auf. Deshalb muss die Oberfläche des Pflegematerials für maßhaltige Holzbauteile wie Fenster diffusionsfähig sein. Eine Beschichtung mit dichter Oberfläche eignet sich nicht optimal für die Wanderung der Feuchtigkeit. Ohne den Feuchteaustausch schrumpft das Holz, ist die Maßhaltigkeit nicht mehr gegeben. Eine Alternative bieten Öle. Peter Momma von der Anwendungstechnik bei Naturhaus Naturfarben sieht Lasuren, unter anderem auf Ölbasis, als beste Variante für die Pflege von Holzfenstern und -fassaden an.
Verschiedene Varianten
Dünnschichtlasuren bestehen aus relativ vielen Wirkstoffen, von Algiziden, Fungiziden und Insektiziden über Lösemittel bis hin zu Pigmenten/Farbstoffen und Bindemitteln. Die neuen gesetzlichen Regelungen schränken den Einsatz von bioziden Wirkstoffen ein, einige sind gar nicht mehr zugelassen. Als Nachteil dieser Lasurart nimmt das behandelte Holz weiter Feuchtigkeit auf und unterliegt so einem Verwitterungsprozess. Dünnschichtlasuren eignen sich daher nicht für maßhaltige Bauteile wie Fenster. Als Variante für Fenster und Fassaden eignen sich Dickschichtlasuren auf wasserhaltiger Acrylbasis als offenporiger, durchscheinender oder durchsichtiger Anstrich. Eine Dickschichtlasur weist einen sehr hohen Bindemittelgehalt mit einem Festkörperanteil von mehr als 35 Prozent mit höherer Pigmentierung sowie eine dichtere Konsistenz als Dünnschichtlasuren auf. Damit gleicht sie in der optischen Wirkung einem Lack mit einer glatten Oberfläche. Dichtschichtlasuren auf Alkydharzbasis enthalten Lösemittel.
Lasur auf Ölbasis
Dickschichtlasuren auf Ölbasis stellt Naturhaus her. An diese Lasur sind spezielle Anforderungen geknüpft. Die Trockenschichtdicke der Endoberfläche, gemessen ab Holzoberfläche, beträgt zwischen 60 und 80 µm (0,06 und 0,08 Millimeter). Eine Mindestpigmentierung von drei Prozent bezogen auf den Bindemittelgehalt sorgt für UV-Schutz. Gesetzlich ist der Lösemittelanteil auf maximal 400 Gramm pro Liter beschränkt – je weniger, desto besser ist es. Öllasuren liefern Hersteller in der Regel als oxidativ trocknende Systeme. Durch Trockenstoffe (Sikkative) reagieren sie mit dem Sauerstoff in der Luft und härten innerhalb einer eingestellten Zeitspanne aus. Unter definierten Bedingungen bilden die Produkte einen geschlossenen Film aus, der je nach Lage, Einbau und den klimatischen Belastungen mit der Zeit dünner wird, also abwittert. Mit rechtzeitiger Auffrischung durch Reinigung und Pflege der Oberfläche ist das Holz permanent geschützt. "Die Grenzen dieser Öllasuren liegen nicht im Produkt selbst, sondern eher in der Vorbereitung des Holzes und der Anwendung der Lasuren. Solche Fehler kann die Lasur nicht beheben", sagt Momma.
Leinöl als Anstrich und Pflege
Leinöl dringt mit seiner geringen Molekülgröße (zirka 0,000005 Millimeter Durchmesser) ins Holz ein, wird in den Holzporen/Zellen im Lauf der Zeit bernsteinartig hart und weist daher zusätzlich holzfestigende Eigenschaften auf. Es schützt durch seine Eigenschäften vor Feuchteschäden im Holz. Aus der Leinölfarbe baut sich im Holz im Lauf der Zeit durch Witterung und Sonneneinstrahlung – im Süden früher, im Norden später – das Bindemittel Leinöl ab, insbesondere am Wetterschenkel. Durch einfaches Nachölen alle paar Jahre reichert der Nutzer den Leinölgehalt wieder an und frischt die Optik der Farbpigmente auf. Diesen Vorgang wiederholen der Fachbetrieb oder der Endkunde laut Fensterrestaurator Johannes Mosler beliebig oft.
Mehr zur Pflege von Holzfenstern und eine Marktübersicht zu den passenden Produkten finden Sie in der GFF-Ausgabe 5/2017.