Wer Fenster und Türen verklebt, nutzt Vorteile, die Wettbewerber ohne dieses Verfahren ungenutzt lassen. Wie wichtig dies für das Bestehen im Wettbewerb ist, zeigte der Expertentag Kleben und Dichten von ift Rosenheim und Sika Deutschland.

Fensterbauer Ronald Czerwonatis, Geschäftsführer von Söba Fenster und Türen in Söllichau, zeigte in seinem Vortrag auf, wie wichtig die Nutzung innovativer Verfahren in der Fertigung für die langfristige Erfolgsperspektive von Unternehmen ist: "Um am Markt zu bestehen, war es für uns klar, dass wir ein innovatives Fenstersystem fertigen müssen. Deshalb haben wir uns für die Klebetechnik entschieden."
Beispiel aus der Praxis
Der mittelständische Fensterbauer startete mit der Verklebung glasfaserverstärkter PVC-Profile von Aluplast und mit manueller Verglasung. Allerdings habe sich schnell herausgestellt, dass die Prozesskosten für die durchgängige Verarbeitung aller Systeme auf die Weise zu hoch waren – bei zu geringem Tempo. So rüstete der Betrieb seine Technik für die Verklebung auf. Seit 2016 verklebt das Unternehmen sieben Fenstersysteme und ein Haustürensystem mit Keramikfüllung per Roboter. Das Ergebnis bewertet der Geschäftsführer positiv: "Der Prozess funktioniert sehr stabil mit hoher Qualität des Produkts. Zudem setzen wir die frei gewordenen Mitarbeiter für andere Tätigkeiten ein."
Anforderungen erfüllen
Die Vorteile verklebter Fenster- und Türen-Konstruktionen erläuterte Wolfgang Jehl vom ift Rosenheim in seinem Vortrag. Endkunden profitieren von großer Designvielfalt mit schlanken Profilen und unsichtbarer Befestigung. Durch ausgesteifte Flügel sinke der Wartungsaufwand für das Nachstellen der Beschläge. Im Produktionsprozess bei PVC-Fenstern spart sich der Hersteller den Arbeitsgang der Stahlaussteifung. Der Klebstoff kombiniert die Funktionen Dämpfung, Aussteifung und Abdichtung in einem Produkt. Dadurch steigt die Leistungsfähigkeit der Konstruktion, zum Beispiel hinsichtlich der Einbruchhemmung des Elements.
Stimme zum Spiel
GFF-Online hat Teilnehmer an der Veranstaltung nach einer Einschätzung gefragt. "Wir planen unsere Produktion der Zukunft und informieren uns, ob das Kleben dafür eine Option ist. Deshalb sammle ich derzeit Informationen", erklärte Markus Lauber, Geschäftsführer von Gregor Lauber Fensterbau.
Mehr zum Thema Kleben und Dichten in der Fensterproduktion lesen Sie in der GFF-Ausgabe 1/2017 – Erscheinungstermin ist der 11. Jänner.