Holzfenster sollen möglichst lange halten, eine entscheidende Rolle spielt dabei die Beschichtung. Die chemische Keule muss es nicht immer sein, umweltfreundlichere Alternativen existieren.
Wie Fensterbauer ihre Holzelemente mit einem System beschichten, das lösemittelfrei ist, ohne gesundheitsbedenkliche Stoffe auskommt und doch Pflegeintervalle von bis zu fünf Jahren verspricht, weiß Peter Meyer von Leinölpro. Leinölgrundierung, Lasur und Leinölfarbe stellt seine Firma ausschließlich aus Leinöl, Farbpigmenten und aus Sikkativ (Trocknungsbeschleuniger) her.
Nach der Pinsel-Grundierung mit Roh-Leinöl trägt der Verarbeiter 48 Stunden später bis zu drei Schichten der gewünschten und individuell abgemischten Farbe auf. Zirka zehn Tage beansprucht die Bearbeitung inklusive der Trocknung sämtlicher Schichten. Spätestens nach fünf Jahren sollten die Bauteile an der Wetterseite der Elemente mithilfe von Roh-Leinöl nachgeölt werden. Schadhafte Stellen in der Farbschicht streicht der Profi nach einer kurzen Oberflächenreinigung mit der Wurzelbürste nach. Anders als bei Kunstharzfarben entfernt er die alte Farbschicht dazu nicht komplett, auch das Abschleifen der Fläche entfällt. Meyer empfiehlt für die Verarbeitung, dünn aufzutragen; nicht deckende Stellen sind einfacher nachzuarbeiten, als zu viel Farbe abzutragen.
Wann Chemie zum Einsatz kommt
Ohne Chemie geht es aber nicht immer: Solche Holzschutzmaßnahmen dienen dazu, Schäden durch einen Befall mit Pilzen oder Insekten abzuwenden. Nach Angaben von Holzforschung Austria (HFA) erfolgt die Entscheidung für oder gegen chemische Holzschutzmaßnahmen unter Berücksichtigung der Konstruktion, der natürlichen Dauerhaftigkeit der verwendeten Holzart, der geplanten Beanspruchung des Holzes in Abhängigkeit von den Umgebungsbedingungen sowie der gewünschten bzw. geforderten Gebrauchsdauer.
Ist die natürliche Dauerhaftigkeit einer Holzart nicht ausreichend für den gewünschten Einsatzbereich bzw. die geforderte Gebrauchsdauer einer Konstruktion, sei eine Behandlung mit Holzschutzmittel erforderlich. Vor der Verwendung von Holzschutzmitteln bzw. dem Einsatz von chemisch geschütztem Holz seien aber die Möglichkeiten des baulichen Holzschutzes auszuschöpfen.
Wie vielfältig Sie Holzfenster schützen, lesen Sie in der Dezemberausgabe der GFF, die am 4.12.15 erscheint.
