Gimav-Gründer verstorben Die Glasbranche trauert um Dr. Dino Fenzi

In der Nacht zum Montag, den 22. September 2014, ist überraschend Dottore Dino Fenzi verstorben. Die weltweite Glasbranche verliert in ihm eine der prägenden Figuren des 19. und 20. Jahrhunderts und einen wahren Entrepreneur, dessen Lebenswerk eine Unternehmensgruppe ist, die heute rund um den Globus eine viertel Milliarde Euro umsetzt.

Dino Fenzi ist in der Nacht zu Montag überraschend verstorben. - © Fenzi

Als langjähriger Präsident und später Ehrenpräsident der Gimav sowie bis zu seinem Tod Präsident der italienischen Branchenmesse Vitrum, die alle zwei Jahre in seiner Geburtsstadt Milano stattfindet, trug der Mitbegründer des italienischen Verbands Zeit seines Lebens Verantwortung – weit über die eigenen, nun von seinem Sohn Alessandro Fenzi geleiteten Unternehmungen hinausgehend.

GFF ist in Gedanken bei der Familie von Dr. Dino Fenzi, aber auch bei den Mitarbeitern in den verschiedenen Ländern und langjährigen Weggefährten rund um die Vitrum und seine Herzensangelegenheit Gimav. Zweifelsohne ist es dem Verband unter seiner Führung gelungen, „willentlich oder unwillentlich“, wie er mir vergangenes Jahr bei einem Interview in Venedig sagte, „die Marke ,Made in Italy’ in die Welt der Glasproduktion zu tragen“. Und es mutet wie eine Fügung an, dass kurz vor seinem Tod die Redaktionsstuben der internationalen Fachpresse die Nachricht erreichte, die Anlagenhersteller, vorwiegend im nördlichen Teil der Apenninen-Halbinsel angesiedelt, seien nach schwierigen Jahren mehrheitlich auf dem Weg zurück zu wirtschaftlicher Stabilität.

„Natürlich, bei sich und voller Energie“

Tatsächlich exportierte Gimav vergangenes Jahr Anlagen für die Glasbe- und -verarbeitung im Wert von deutlich mehr als einer halben Milliarde Euro ins europäische Ausland, nach China, Brasilien usw. Die vielleicht treffendste Charakterisierung Dino Fenzis veröffentlichten die Kollegen von USGlass magazine auf ihrer Webseite. Sie zitieren dort David Devenish, Nordamerika-Chef der Fenzi Gruppe, mit den Worten: „Er war so natürlich, bei sich und voller Energie. Ich schätze mich glücklich, dass ich auf der Messe GlassBuild in Las Vegas einige Zeit mit Dr. Dino Fenzi verbringen durfte.“ Tatsächlich wird bestätigen, wer diesen großen Italiener erlebt hat, dass von ihm bis zu seinem Tod eine ungeheuer vitale Ausstrahlung ausging. Dr. Dino Fenzi hat für die Reputation der Glasbranche in aller Welt, vor allem aber für die Marktbegleiter aus dem eigenen Land, Gewaltiges geleistet und bleibt für die nachfolgenden Generationen ein Vorbild, dessen Visionen nicht nur im Aufbau der eigenen Unternehmensgruppe Niederschlag fanden.