Seit 125 Jahren wird in Uhsmannsdorf in der Oberlausitz Glas produziert. Aus den Anfängen Ende des 19. Jahrhunderts mit mundgeblasenem Tafelglas entwickelte sich so ein auf effiziente Isolier- sowie Multifunktionsgläser spezialisiertes Unternehmen, das zum Glassolutions-Verbund gehört.
„Wie gut, dass auch unsere Kunden seit langer Zeit unsere Zuverlässigkeit schätzen. Denn wie schon im Gründungsjahr 1890 stehen die Bedürfnisse unserer Kunden im Fokus“, sagte Niederlassungsleiter Alfred Bayer sichtlich stolz und bewegt anlässlich des Festakts in der Uhsmannsdorfer UKC-Arena. An der Geschichte des Standorts werde deutlich sichtbar, wie rasant sich die Glasfertigung in einem zunehmend globalisierten Markt entwickelt habe.
Rückblick auf die Zeit der Gründung
Über die Jahrzehnte hinweg habe der Standort zahlreiche Höhen, Tiefen sowie Umbrüche gemeistert und stehe seit jeher für höchste Qualität und einen entsprechenden Service, sagte Bayer und sprach damit auch für Dr. Lars Schlieper, den Geschäftsführer des Unternehmens Saint-Gobain Glassolutions Isolierglas-Center, zu dem das Flachglaswerk Uhsmannsdorf gehört. Seit seiner Gründung durch den Formenmacher Otto Künzel im Jahr 1890 bestimmte der Standort nach Unternehmensangaben die wirtschaftliche Entwicklung als einer der größten produzierenden Betriebe der Stadt Rothenburg und ihrer Ortsteile maßgeblich mit. Am 28. April 1890 erfolgte im Landratsamt Rothenburg die öffentliche Erörterung der Pläne von Künzel und seinem Teilhaber Thiemann, in Uhsmannsdorf eine Glashütte zu errichten – und bereits Anfang Juni 1890 nahm der Betrieb die Produktion von Tafelglas auf. Die Glashütte entwickelte sich durch die unweit des Betriebs gelegene Eisenbahnstrecke von Berlin nach Görlitz kontinuierlich weiter. Es wurde gebaut und investiert, so dass bereits zehn Jahre nach der Gründung 120 Mitarbeiter an drei Schmelzöfen mit der Flachglasproduktion begannen. Von Automatisierung konnte zum damaligen Zeitpunkt natürlich noch keine Rede sein, sämtliche Tätigkeiten erledigten die Arbeiter noch von Hand. Dementsprechend betrug die monatliche Flachglas-Produktionsmenge in den Jahren 1900 bis 1929 zirka 35.000 Quadratmeter.
Übernahme durch Saint-Gobain
Durch kontinuierliche Investitionen in Maschinen und die damit verbundene Automatisierung zur Mitte des 20. Jahrhunderts wurde die Produktion von Flach- und Tafelglas sukzessive um Schweißerschutz- und um Isolierglas erweitert. Um nach der Wiedervereinigung 1989 konkurrenzfähig zu bleiben und Arbeitsplätze zu erhalten, übernahm Saint-Gobain 1991 das Werk und modernisierte es.
Weitere entscheidende Veränderungen gab es 2001, als die Flachglasproduktion eingestellt wurde, und im Jahr 2005. Dieses Jahr markiert den Beginn der engen Zusammenarbeit der Glassolutions-Standorte Uhsmannsdorf, Bamberg und Rietberg unter dem gemeinsamen Dach des Saint-Gobain Isolierglas-Centers. Durch die stärkere Verzahnung erreichten die Unternehmen nach eigenen Angaben eine bessere Kundenorientierung, z.B. durch die Anpassung der Glasprodukte an die Bedürfnisse der Bauherren. Das Saint-Gobain Glassolutions Isolierglas-Center habe sich als innovativer sowie als zuverlässiger Partner für Marken-Isolierglas im Fenstermarkt etabliert. Heute arbeiten etwa 100 Beschäftigte am Standort Uhsmannsdorf.