Kopf des Monats Dr. Kühne – der Glaserverband zu DDR-Zeiten

Dr. Ulrich Kühne leitete zu DDR-Zeiten anderthalb Jahrzehnte die Geschicke des Glaserverbands. Kurzvita 1962-89: Flachglas Torgau, Zuständigkeit für alle Bauglasbetriebe der DDR 1981: Promotion als Chemiker an der Bauhaus-Universität Weimar 1989-97: Flachglas bzw. Pilkington in Gelsenkirchen, Mitglied der Geschäftsleitung; seither selbstständig beratend tätig - © Kühne

Dr. Ulrich Kühne ist Naturwissenschaftler, genauer promovierter Chemiker und als solcher der Gefühlsduselei erst mal unverdächtig. Doch er hat darauf hingewiesen, dass sich dieser Tage ein für die Branche historisches Ereignis zum 25. Mal jährt. Vor einem Vierteljahrhundert nämlich war nicht allein auf Staatenebene zusammengewachsen, was zusammengehört; es hatten sich auch der Glaserverband der ehemaligen DDR, dessen Geschicke Kühne anderthalb Jahrzehnte ehrenamtlich leitete, und der Bundesinnungsverband des Glaserhandwerks in Westdeutschland auf eine gemeinsame Interessenvertretung mit Sitz in Hadamar verständigt. Dabei ist es legitim zu erinnern, wie die fast 1.100 Glaser und Fensterbauer im sozialistischen Deutschland organisiert waren – als private Glasereien, in Produktionsgenossenschaften des Handwerks (PGH) und als VEB, mit zentral zugewiesenen Glasmengen. Kühne sieht auch positive Aspekte: Aus der Vorstandschaft des Verbands „war keiner in der Partei, das weiß ich“; der Wissenstransfer unter den Kollegen, z.B. wenn eine neue Verglasungsrichtlinie galt, habe funktioniert. 150 Glaser hätten auf den regional organisierten Veranstaltungen u.a. in Sachsen, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern Flagge gezeigt. So viele waren es auch bei der Vereinigungsversammlung im Mai 1990 im „Café Moskau“ in Berlin, Schollglas und Flachglas unterstützten laut Kühne den Zusammenschluss.

Reinhold Kober