Zehndorfer Engineering Consulting aus Klagenfurt ist ein Planungsbüro für Elektro- und Lichttechnik. Inhaber Jakob Zehndorfer hat inzwischen Gutachten für Flughäfen, Autobahnen, Bahn oder auch Nachbarn von Solaranlagen durchgeführt.
GFF: Herr Zehndorfer, seit wann sind Blendgutachten im Neubau gefordert?
Zehndorfer: Blendgutachten werden seit Jahren an kritischen Stellen gefordert. Einerseits gab es in der jüngeren Vergangenheit in den USA und in UK prominente Fälle, in denen konkave Fassaden durch fokussiertes Licht zu Verbrennungen und dem Schmelzen von Plastikteilen führten. Andererseits erfreuen sich große Glasflächen zunehmender Beliebtheit, weshalb die Zahl der Problemfälle ansteigt, obwohl sie absolut gesehen sehr niedrig ist. Behörden fordern Blendgutachten in Bauverfahren, wenn die Gefahr besteht, dass der Verkehr oder Anrainer unzumutbar geblendet werden könnten.
Wie lässt sich die Blendung berechnen?
Es gibt komplexe 3D-Rechenprogramme, die verschiedene Aspekte der Reflexionen berechnen. Die Parameter reichen von Blenddauer und -zeitpunkt über die Winkel der Einstrahlung und den Stand der Sonne bis hin zu lichttechnischen Größen. Der Strahlengang der Sonne im Jahresverlauf wird rechnerisch auf eine Fläche oder einen Immissionspunkt reflektiert. Die Qualität der Software und die Erfahrung des Gutachters spielen eine Rolle für die Genauigkeit der Berechnungen und die Möglichkeiten, Blendung effektiv zu reduzieren.
Was passiert, wenn sich die Blendwirkung als nicht akzeptabel herausstellt?
Sind Blendungen zu intensiv, verschatten Beschichtungen die Emissionsfläche bzw. den Immissionspunkt und unterbrechen die Sichtlinie zur Glasfläche. Glasflächen lassen sich im Raum verdrehen oder schieben, deren Größe lässt sich reduzieren oder abstufen.
