Warme-Kante-Abstandhalter haben erheblichen Einfluss auf die Wärmedämmleistung von Isolierglaseinheiten und sind am Markt längst etabliert. Dieses Produkt eignet sich nicht nur für die großen Fertigungsstraßen, sondern ebenso für die manuelle Verarbeitung kleinerer Hersteller.
Edgetech steht für Warme-Kante-Abstandhalter in Isoliergläsern. Spätestens seit 2012 hat sich nach Einschätzung von Edgetech die Warme-Kante-Technologie länderübergreifend zum Baustandard entwickelt. Daraus ergibt sich als neue Herausforderung für die Isolierglashersteller eine sinnvolle Auswahl der richtigen Warm-Edge-Lösung, um so ihre Isolierglaseinheiten auf eine möglichst kostengünstige Weise zu fertigen. Damit will Edgetech die Investitionskosten für die Unternehmen je nach Größe und Bedarf flexibel halten. Laut Andy Jones, Managing Director Edgetech UK, beträgt für Glasproduzenten, die den Super Spacer in ihrer Fertigung einsetzen wollen, der Anfangsinvest weniger als 10.000 Euro. GFF-Online zeigt Schritt für Schritt die Applikation des flexiblen Abstandhalters; im Fokus stehen Hersteller, die pro Woche 200 bis 300 Isolierglaseinheiten fertigen.
Applikation Schritt für Schritt
Schritt 1: Prüfen Sie das Glas auf Verschmutzungen und stellen Sie sicher, das es vollkommen sauber und trocken ist. Dann verbinden sich der Klebstoff des Abstandhalters und die Sekundärversiegelung optimal mit dem Glas. Es empfiehlt sich der Einsatz von aufbereitetem, entmineralisiertem Wasser. Für die richtige Waschwasser-Temperatur verschiedener Glastypen sowie die empfohlenen Reinigungsmittel kontaktieren Sie Ihren Glaslieferanten. Nach dem Spülen sollten im Tank weder Schaum noch Reinigungsmittel zugegeben werden. Edgetech empfiehlt die abschließende Spülung mit aufbereitetem, entmineralisiertem Wasser; enthärtetes Wasser sollten Sie nicht einsetzen. Anders als bei Standard-Abstandhaltern müssen Hersteller für die Verarbeitung von Super Spacer keine speziellen Mittel verwenden.
Schritt 2: Mit dem pneumatisch betriebenen Edgetech-Werkzeug Super Shuttle applizieren Sie den Super Spacer von der Ecke aus gleichmäßig an allen vier Seiten der Isolierglaseinheit. Der Nutzer kann unterschiedliche Führungsschlitten einstellen, um sich den verschiedenen Abständen der Sekundärversiegelung anzupassen.
Schritt 3: Der Super Spacer Liner Stripper entfernt die Schutzfolie an einer Seite oder zu beiden Seiten des Abstandhalters und verbindet das zuvor aufgetragene Acryl mit der Glaskante. Mit der linken Hand halten Sie den Abstandhalter knapp über der Glasoberfläche an der ersten Ecke der Isolierglaseinheit. Während Sie das Band lotrecht zum Glas führen, geben Sie etwas Druck nach unten und lassen das Werkzeug an der Glaskante entlang zur zweiten Ecke gleiten. Das Werkzeug weist eine Markierung auf, an der Sie den Knopf zum Kerben drücken. Danach drehen Sie das Glas mithilfe des Luftkissen-Systems. Wiederholen Sie diesen Ablauf für die anderen drei Seiten des Isolierglases. In einem Abstand von zirka 25 Millimeter zur als Letztes verbleibenden Ecke führen Sie den Super Spacer Liner Stripper geringfügig nach oben, um nicht den Startpunkt des bereits applizierten Spacers zu treffen. Führen Sie das Werkzeug weiter, bis es mit der Ecke des Glases abschließt. Dann schneiden Sie mit dem Werkzeug den überschüssigen Abstandhalter ab. Verbinden Sie die beiden Enden des applizierten Spacers manuell. Bei den gasgefüllten Einheiten wickeln Sie ein zirka 25 Millimeter langes Barriereband über die Verbindung und drücken diese für eine gute Haftung zusammen.
Schritt 4: Um eine Verunreinigung der Innenseite der Isolierglaseinheit zu vermeiden, passen Sie die zweite Scheibe sofort nach dem Einsatz des Abstandhalters an. Dazu nutzen Sie einen Ausrichtungstisch mit einer 90-Grad-Kante und prüfen, ob alle Führungsschienen und Endpunkte richtig positioniert und unbeschädigt sind. Plan und gleichmäßig ausgerichtetes Glas entscheidet über die notwendige Abdichtung der Isoeinheit.
Schritt 5: Für die Gasfüllung werden typischerweise Füllstäbe mit Sensoren eingesetzt. Im Vergleich zu den günstigeren, zeitgebundenen Füllsystemen bieten Sensorsysteme zwei wichtige Vorteile: Die Gasfüllrate ist konstant hoch, der Produzent verschwendet so wenig Gas wie möglich. Die Sensoren überwachen durchgängig den Gasstrom und schalten das Füllgerät automatisch ab, sobald die voreingestellte Füllrate erreicht ist. Vor der Gasfüllung müssen die verbleibenden Reste an Feuchtigkeit im Haftmittel des Abstandhalters komplett mit der Walzpresse entfernt werden. Danach durchstechen Sie die Rückseite des Spacers mit einer spitzen Ahle. Dann stecken Sie einen perfekt angepassten Kolben ein, durch den Sie den Füllstab in die Isolierglaseinheit führen. Sie beginnen mit dem Füllen. Danach entfernen Sie Kolben und Füllstab. Durch seine besonderen Eigenschaften schließt der Abstandhalter das entstandene Loch selbstständig. Diese Stelle versiegeln Sie anschließend mit einem 25 Millimeter langen Barriereband von Edgetech.
Schritt 6: Bei der Applikation des Super Spacers müssen Verarbeiter eine geprüfte Sekundärversiegelung einsetzen. Die Art der Versiegelung hängt von der Art des Spacers ab. Edgetech bietet eine Auswahl an passenden Dichtstoffen, von heiß schmelzendem Butyl über einseitig reaktive Versiegelungen bis hin zu Polyurethan, Polysulfid und Silikon. Edgetech empfiehlt den Einsatz einer Sekundärversiegelung mit einer niedrigen Dampffeuchte-Übertragungsrate, damit so wenig Feuchtigkeit wie möglich in den Hohlraum der Isolierglaseinheit gelangt und damit so wenig Gas wie möglich austritt. Die Versiegelung verarbeitet der Produzent manuell oder mit einem automatisierten Versiegelungssystem.
